Alexander Rahm
Ansichten eines Gnostikers

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(13) Da war einer, der in der Wüste nach wilden Tieren Jagd machte. Er sah, wie der Altvater Antonios mit den Brüdern Kurzweil trieb, und er nahm Ärgernis daran. Da nun der Greis ihm klarmachen wollte, daß man sich zuweilen zu den Brüdern herablassen müsse, sprach er zu ihm: „Lege einen Pfeil auf den Bogen und spanne!“ Er machte es so. Da sagte er zu ihm: „Spanne noch mehr!“ und er spannte. Abermals forderte er ihn auf: „Spanne!“ Da antwortete ihm der Jäger: „Wenn ich über das Maß spanne, dann bricht der Bogen.“ Da belehrte ihn der Greis: „So ist es auch mit dem Werk Gottes. Wenn wir die Brüder übers Maß anstrengen, versagen sie schnell. Man muß also den Brüdern ab und zu entgegenkommen.“ Als der Jäger das hörte, ging er in sich, und mit großem Gewinn schied er von dem Altvater. Die Brüder aber kehrten gefestigt an ihren Ort zurück.

 


Abba Antonius

(nach der deutschen Übersetzung von Bonifaz Miller)

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