Wer Ohren hat, der höre!
Von 1994 bis 1998 beschäftigte ich mich besonders intensiv mit dem Gehör, was Thomas Bernhard sicherlich sehr erfreut hätte. Allerdings konnte ich ähnlich wie die Hauptfigur vom Kalkwerk meine Studien nicht abschließen. In dieser Zeit entstanden Klangfragmente ganz im Geiste des Free Jazz nur eben absolut elektronisch hergestellt. Die meisten empfinden diese akustischen Konstruktionen als Angriff auf das Gehör, als Kakophonie der übelsten Sorte und den Komponisten, der das verbrochen hat, als musikalischen Analphabeten. Die Wahrheit sieht freilich ganz anders aus: Alle diese Stücke wurden sehr arbeitsintensiv vollbracht basierend auf musiktheoretischen Erkenntnissen, die ich mir über Jahre mühsam erworben habe. Es ist aber eben kein Mainstream, sondern elektronischer Free Jazz ohne Saxophon, Bass und Trompeten, dafür aber mit Anleihen aus dem Industrial/EBM-Bereich.