Private Homepage
I. Wie die mine und die kunegine zesamene sprachen.
Die sele kam zu der mine
Und grfiste si mit tieffen sinnen
Und sprach: Got grusse vch vro mine.
Got lone vch, liebe vro kunegine.
Vrŏ mine ir sint sere vollekomen.
Vro künigine, des bin ich allen dingen oben,
Vro mine, ir hand manig jar gerungen,
Ê ir habint die hohen drivaltekeit darzü betwungen,
Das su sich hat alzemale gegossen
In Marien demütigen magetüm.
[4] Frowe künigine, das ist vwer ere und vrome.
Fro mine, ir hant mir benome
Alles das ich in ertrich je gewan.
Frowe künegin, ir hant einen seligen wehsei getan.
Frowe inine, ir hant mir benomen mine kintheit.
Frowe künegine, dawider han ich vch gegeben himelische vriheit.
Frowe mine, ir hant mir benomen alle mine jugent.
Frowe künigin, dawider han ich vch gegeben manig helige tugent.
Frowe mine, ir hant mir benomen gut fn’mde und mage.
Eia frowe künigin, das ist ein snödü klage.
Frowe mine ir hant mir benomen die weit, weltlich ere und allen weltlichen richtüm.
Fro. künig., das wii ich vch in einer stunde mit dem heiligen geiste nach
allem vweren willen in ertrich gelten.
Frowe mine, ir hant mich also sere betwungen, das min licham ist komen
in sunderlich krankheit.
Frowe kün., dawider han ich vch gegeben manig hohe bekantheir.
Frowe mine, ir hant verzert min fleisch und min blut.
Frowe kün., damit sint ir gelütert und gezogen in got.
Frowe mine, vr sint ein röberine, deiioch sont ir mir gelten.
Frowe kün., do nement reht mich selben.
Frowe mine, n u hant ir mir vergolten hundert valt in ertriche.
Frowe kün., noch hant ir ze vordernde got und alle sine riche.