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XXII. Von Sante Marien botschaft und wie ein lugent der ändern volgety und toie die sele ein iubilus der drivaltekeit wart gemachot und wie sante Maria alle heligen gesöget unde noch söget.
Der süsse töwe der vnbeginlicher drivaltekeit hat sich gesprenget vs dem bruiien der ewigen gotheit in den blümen der vserwelten maget, und des blümen fruht ist ein vntötlich got, und ein tötlich mensche und ein lebende trost des ewigen liebes, und vnser losunge ist brütegöm worden. Die brut ist trunken worden von der angesihte des edeln antlütes. In der grösten sterki kunt si von ir selber, und in der grösten blintheit sihet si allerklarost. In der grösten klarheit ist si beide tot und lebende. Je si lenger tot ist, je si vrölicher lebt. Je si vfölicher lebt, je si mer ervert. Je si miner wirt, je ir me au fhisset. Je sisich mere vörhtet Je si richer wirt je si armer ist. Je si tiefer wonet, je si breiter ist. Je si gebietiger ist, je ir wunden tieffer werdent. Je si mer stürmet, je got minenklicher gegen ir ist. Je si hoher s webet, je si schöner lohtet von dem gegenblik der gotheit, je si im naher kunt. Je si mer arbeitet, je si sanfter rüwet. Je si mer begriffet, je si stiller swiget. Je si luter rftffet, je si grosser wunder wirket mit siner kraft nah ir macht. Je sin lust me wahset, je ir brutloft grosser wirt, je das minebet enger wirt. Je die vmbehalsunge naher gat, je das muntkussen süsser smekket. Je si sich mineclicher ansehent, je si sich nöter scheident. Je mer er ir gibet, je mer si verzert, je me si hat. Je si demüteklicher vrlop nimt, je e si wider kunt. Je si heisser blibet, je si e entfunket. Je si mere brennet, je si schöner lühtet. Je gottes lob mer gebreitet wirt, je ir girheit grosser blibet.
Eya war vart vnser loser brütgöm in dem jubilus der heligen drivaltekeit. Do got nit me mohte in sich selben, do mähte er die seien und gab sich ir ze eigen von grosser liebi. Wovon bist du gemachet, sele, das du so hohe stigest über alle creaturen, und mengest dich in die heligen drivaltekeit vnde belibest doch [12] gantz in dir selber? Du hast gesprochen von minem anegenge, nu sage ich dir werlich: Ich bin in derselben stat gemachet von der miiie, darvmbe mag mich enkein creature nach miner edelen nature getrosten noch entginen defie allein die miiie. Vrŏwe sant Maria, dis Wunders bist du ein müter. Weile ge—schach dir das? Do vnsers vatter jubilus betrübet wart mit adames valle, also das er müste zürnen. Do enphieng die ewige wisheit der almehtigen gotheit mit mir den zorn. Do erweite mich der vatter ze einer brut, das (er) etwas ze minende hette, wand sin liebü brut was tot, die edel sele. Vnd do kos (erkies) mich der sun zu einer müter, und da enpfieng mich der helig geist ze einer trutiiie. Do was ich alleine brut der heligen drivaltekeit und müter der weisen, und trüg si für gotz ŏgen, also das si nit ze male versunken als doch etliche taten. Do ich also müter was maniges edeln kindes, do wurden mine brüste also vol der reinen vnbewollener milch der waren muten barmherzekeit, das ich sogete die propheten und die wissagen e dene got geborn wart. Darnach in miner kintheit sogete ich Jesum; fürbas in miner jugent sogete ich gotz brut die heligen cristanheit bi dem crütze, das ich also dürre und jemerlich wart, das das swert der vleischlicher pine Jesu sneit geistlich in min sele. Do stünden offen beide, sine wunden und ir brüste. Die wunden gussen, die brüste vlussen also, das lebendig wart die sele und gar gesunt. Do er den blanken roten win gos in iren roten munt, do si alsust vs den offen wunden geborn und lebendig wart, do was si kindesch und vil jung. Solte si do nach irem tode und ir geburt volleklich genesen, so müste gottes müter ir müter und ir ame sin. Gotte, es was und ist wol billich. Got ist ir rehter vatter und si sin rehtú brut, und si ist im an allen iren liden glich Vrŏwe in dinem alter sögetost du die heligen aposteln mit diner müterlichen lere und mit dinem creftigen gebette, also das Gott sin ere und sinen willen an inen tete. Vrŏwe, also sögetestu da und sögest noch die martyrer in iren herzen mit starkem geloben, [13] die bihter mit heliger beschirmunge an iren oren, die megde mit diner küscheit, die wittewen mit stetekeit, die durehten mit miltekeit, die Sünder mit der bittunge.
Vrŏwe, noch müst du uns sögen, wan dine brüste sind noch also vol, das du nüt mäht verdruken. Woltostu nit sögen me, so tete dir die milch vil we. Wan werlich ich han gesehen dine brüste so vol, das siben stralen gussen, alzemale us von einer brüste vber minen lip und vber min sele. In der stunde benimest du mir ein arbeit, die kein Gotzfrünt mag getragen one herzeleit. Alsust solt du noch sögen bis an den jüngsten tag, so inftst du ersihen, wan so sint gotz kint und dinü kint gewenet und volle gewahsen in dem ewigen lip. Eja, darnach sollen wir bekenen und selien in unzellicher lust die milch und ŏch dieselbe brust, die Jesus so dikke hat gekust.