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Dis ist de sibende teil
I. Von der crone und von der wirdekeit vnsers herren Jesu cristi, die er nach dem Jungesten tage empfahen sol.
Unser herre, der himelsch vatter, hat noch behalten in siner gotlichen wislieit manige vnsprechliche gäbe, da er nach dem Jungesten tage sine vserwelten kinder mitte zieren wil, nemlich sinem eingebornem sune Jesum vnsern loser. Dem hat der himelsche (vater) ein cronen bereit mit also grossen, erlichen, manigvaltigen werke gemachet und gezieret, das alle die meister die je wurden und nu sint und jemer sönt werden nit möhtent volle schriben die clarheit und die manigvaltigen wune der crone. Die crone wart gesehen mit geistlichen ŏgen der minenden sele in der ewigen ewikeit, und wart ir bekant ir geschöpfnisse. Wc ist de, ewekeit? Das ist die vngeschaffene wisheit der endelosen gotheit, die weder begiiie noch ende hat. Die crone hat drie bogen: Der erste böge der crone waren die patriarchen, der ander die propheten, der dritte die helige cristanheit. Die crone wirt gebildet und geblümet mit der gegenwirtikeit aller seligen die an dem Jungesten tage gotz rieh besitzen söllent. Si söllent doch ire wirdekeit ordenlich besitzen nach iren werken. Der erste böge der crone wirt gewiret und erlühtet mit edelme gesteine aller der heligen inikeite und guter werken, die die [217] Patriarchen je vollebrahten. Der bogen wirt ŏch gebildet mit menschlichem bilde sei und lip. Dc erst bild uf dem bogen der crone ist Sant Stephan und alle die martyrer gebildet mit ime, die je in cristanen geloben ir blůt gegossen hant; dabi sant Peter und alle gotz apostelen mit im ŏch gebildet. Dabi alle die seligen, die der apostelen lere gevolget habent. Di elichen lüte sön ŏch an dem bogen gebildet sin mit iren kinden, die mit guten werken gotte gevolget hant.
Der ander bogen der crone der wirt gebildet mit allen Bebisten und allen geistlichen vettern mit im, denen got sinü schat bevolhen hat. Der bogen wirt gewiret mit aller geistlicher gewalt und wirt geblftmet mit cristanlicher lere.
Der dritte bogen der crone wirt gebildet allerschonost mit der edelen menscheit vnsers herren Jesu cristi, und bi ime sin erlichü müter Maria mit allen iren jcmgfrŏwen die dem lambe volgen söllent. Sant Johans Baptiste der wirt da dem lambe gebildet vil nahe, und alle die geblumet bi ime, die vnder sinen henden cristen worden sint. Der böge der crone wirt mit der schöpfnisse aller creaturen gewiret nach der liebi und nach der meinunge des Schöpfers die er dozü hatte, do er alle ding geschüf nach sinem willen. Du crone wirt vberal geblumet mit mangem ritterlichen schilte des heligen starken cristanen geloben. Dc keyserrich sol ŏch an der cronen stan gebildet, gewiret und geblumet untz an den Jungesten geburen jemer danach wirdig de si gotte gedienot hant. Die crone sol ŏch gezinet werden bi endecristes zite mit manigem erlichen bilde, als helyas und Enoch und manig helig martyrer vor in, geblumet mit der helikeit irs lebenes und gewihet mit irm getrüwen blute.
Die crone sol ŏch geverwet sin mit des lambes blute und erlühtet und vergüldet mit der creftigen mine, die Jesu brach sin süsses herze enbinen. Dise crone hat vnser himelscher vatter geschaffen, Jesus cristus hat si verdienet, der helig geist hat si geworcht und gesmidet in der vürinen mine und also vüge1 gemachet mit der edelen kunst der heligen drivaltekeit, de si [218] vnserm loser Jesu christo also wol fuget und also erlichen stät, de der himelsche vatter und von sinem eingebornen sune nie vröden enpfät. Dc mü sin. Alleine die ewige gotheit sunder begine alle wuiie und vröde hat in ime und nu hat und jemer haben sol, so tut im doch de sunderlichen eweklich wol, de er den ewigen sun mit allen sinen volgen so vrölich anschowen sol. Swefie Jesus cristus sin jungest gerihte hat getan und sin abentessen hat gedient und begangen, so sol er dise crone von sinem himelschen vatter in grosser ere enpfän und mit ime die mit übe und mit sele zu der ewigen hohgezit dar mit arbeit komen sint. So sol ein jeglich sei und lip ir wirdekeit an der crone sehen.
Die crone ist gezüget in ertrich in türer koste, nit mit silber noch mit golde, noch mit edelm gesteine, mer mit menschlicher arbeit, mit menschlichen trehenen, s weis unde blüt, mit allen tilgenden und ze jungest dem pinlichen tot. Die engele werdent an der cronen nit gesehen, darumb das si nit menschen sin; aber si müssent mit wuneklichem sänge got loben an der crone.
Der erste kor singet alsus: Wir loben dich herre, vmbe din elichen e, da alle dise von sint komen, die gebildet sint an diner crone. Der ander kor: Wir loben dich herre mit dem geloben Abrahe und mit der heissen gerunge und prophetien aller propheten. Der dritte kor: Wir loben dich herre, mit der wisheit und vromekeit aller diner apostelen. Der vierde kor: Wir loben dich herre mit dem blute und mit der gedult aller diner martyrer. Der fünfte kor: Wir loben dich herre, vmb de helige gebet und cristanliche lere aller baptisten und aller bihtern. Der sehste kor: Wir loben dich herre, mit der rúwe und stetekeit diner wittewen. Der sibende kor: Wir loben dich herre, mit der küscheit aller juncfrŏwen. Der ahtode kor: Wir loben dich herre mit der fruht diner müter und maget. Der nünde kor: Wir loben dich herre vmb dinen heligen tot und vmbe din erlich leben nach dinem tode und vmb dinen grossen vsvlus aller gäbe und aller gute, da du uns herre mitte gehöhet und loblich geordenet hast. Wir loben dich herre mit diner vürinen mine, da du uns ine vereinet hast.
[219] Oben vffen der crone svvebet de allerschönste baner, de je in disem keyserriche wart gesehen. Dc sol das helige er uze wesen, do cristus sinen tot het an gelitten. Das crüze hat vier ende, de niderste ende ist gezieret mit wune, claror defie die sune. Zu dem vordem ende vnder dem crüze swebent vfgerihtet die süle, geverwet mit des lambes blute, geblümet und gezieret mit den nagelen, da vnser herre mitte wart gewundot. Oben vf dem bome des crüzes swebet die allerschönestü keyserlichü dürninü crone des riches.
Die dorne sint geblümet Lilienwis, rosenvar, Wuneklich, hiinelclar.
Dis ist de baner der cronen, da Jesus cristus den sig mitte gewan und lebendig wider zu sinem vatter kam. Alzehant nach dem Jungesten tage in der ewigen hochgezit, als got allü ding nüwe hat gemachet, so wirt disü crone geoffenbart und swebet vf dem höbet der menscheit vnsers herren, der heligen drivaltekeit ze eren und ze lobe und allen seligen ze vröde jemer mere.
Die menschheit vnsers herren ist ein begriffenlich bilde miner ewigen gotheit. Also, de wir die gotheit begriffen mögen mit der menscheit, gebruchen gliche der heligen drivaltekeit, halsen und küssen und vnbegrifliche gotheit vmbevahen, den himelriche noch ertrich, helle noch vegefur niemer begriffen mag noch widerstan.
Die ewige gotheit schint
Und lühtet, und machet minelustig
Alle die seligen die ime gegenwirtig sint,
Dc si sich vrŏwent ane arbeit
Und lobent jemer ane herzeleit.
Die menschheit vnsers herren grüsset,
Vrŏwet und minet ane vnderlas
Sin vleisch und sin blüt.
Alleine da vleisch noch blüt nu nit si,
So ist doch die brůderliche sibbe also gros,
Dc er sine menschlich nature
Sunderlichen minen müs.
Der helige geist git ŏch us
Sinen minenden himelvlus,
Damitte er den seligen schenket
Und si so vollen trenket,
[220] Dc si mit vröden singent,
Zartelich lachent und springent
In gezogener wise, und vliessent und swiment,
Si vliegent und kliment
Von köre ze köre und vur des riches höhin.
Da sehent si in den Spiegel der ewekeit
Und bekenent den willen und die werk der heligen drivaltekeit;
Und wie si selbe geformet sint an übe
Und an sele, als si jemer mere söllent blibe.
Die sele ist in dem lichamen gebildet menschen glich,
Und hat den gütlichen schin in ir
Und schinet dur den lichamen
Als das lühtende golt dur die clare cristallen.
So werdent si also vro und also vri,
Snelle, gewaltig und minerich,
Clar und gotte glich
Als das mag müglich sin.
So varent si war si wellent über tusent mile,
Als man nu einen gedanken denken mag.
Prüuent was das varendes sie;
Denoch mögent si das ende des riches niemer begriffen
Noch berüren das wite rum und die guldine strassen;
Die sint vbergros, und sint doch wol ze masse;
Und doch nit guldin, want si eweklich besser sint
Dene golt und edelgesteine;
Dis ist alles erde
Und sol ze nihte werden.
Hie kunt das ende der crone: Der helig geist der smidet noch das ende diser crone Untz an den jungesten tag; So wil im der vater und der sun sin arbeit Ionen. Er wil im geben ze lone alle die seien und lip, Die in gotz rieh gesamet sint. Da sol der helig geist eweklich ine rüwen, Und er sol si ane vnderlas grüssen und vrŏwen Alles de dur gotz liebin je gutes wart Oder je wirt getan;
Alles das durch got wirt gelassen und gelitten, Dc můs alles an den cronen geblümet stan. Eya wel ein crone!
Eya wer gehilfet mir des, de ich noch an der cronen Ein klein blümelin möge sin, Als die westbaren, die du minsten blümen an der crone sint!
Ist dise rede iht ze lange, das ist des schult, de ich in der crone manigleie wune vant; doch han ich mange lange rede mit [221] kurzen Worten gesetzet. Dis sprich ich vf mich selben: Wie lange wiltu, snöde weit, bellen? Du müst doch swigen, wan de allerliebeste mfis ich verswigen.
II. Wie an aller seien tag ein mensche lat vur die selan gemeine.
An aller seien tag bat ich mit der heligen cristanheit für die gemeine seien, die ir büsse in dem vegefür gant. Do wart ich gewar eins vegevüres, de war glich eim ouen, der was ussen swarz, innenan was er füresflammen vol. Do sach ich hinin, wie si stünden in den flamen, und brufien als ein gebunden strö. Do stünt eine bi mir, die wc glich einem grossen engele, den vragete ich wie de were, de sich die seien so sere vstruugen, swefie das gebette kam zu inen von guten lüten. Sümliche trungen vs, und sümlich mohten nit vs. Do antwurt mir der den ich vragete: Do si in ertrich waren, do wolten si nit ze helfe denen, die si in noten baten. Do erbarmete sich min sele über ir mäht und über ir wirdekeit und rief in den himel: Herre got, möhte ich zu inen hie in varn und liden mit inen, uf de si deste e zu dir kernen! Do wisete sich vnser herre, de er der engel was, der bi mir stünt und sprach: Wiltu hie in, so wil ich mit dir hie in. Do vmbevieng vnser herre des menschen geist und vürte si hinin. Do du sele hinin kam mit vnserm herrn, do was ir nit we. Do vragete si, wie manigi ir were? Do sprach vnser herre: Du mäht ir nit erzeilen, und es sint die, vur die du hast gebetten, do si uf ertrich waren.
Do vant ich den, über den ich vor drissig jaren pflag ze bitten, do wc ich betrübet, wan ich hatte (bäte?) mich in ze geben, und ich entorste vor miner snSdekeit also grossen herren also grosser dingen nit bitten. Do sprach ich ein wort alsus: Eya lieber herre, wöltestu si lösen? Do hüben si sich allzemale vf in grosser meine, wunenklich, wisser dene ein sne und swebten hin gegen dem paradis in einer süssen, claren wune; da rüweten si mit vröden ine. Do si sich hüben vs dem vüre, do sungen si den salmen allen vs: Laudate pueri dominum. Da nach sungen si: Wir loben dich herre, vmbe die grossi diner güti, vmb die milti diner gäbe und die trüwe diner helfe.
[222] Noch stünt vnser herre bi der stette des vüres und hatte des menschen geist vmbevangen; do sprach des menschen sele:
Eya herre, du weist wol was ich gere.
Das wc de si gerne wolte, nf unsers herren fusse,
Dc si ime danken inöhte.
Do lies si vnser herre nider,
Und si dankete ime wider,
Dc si die grossen ere mohte ansehen,
Die von gotte den armen seien was geschehen.
Do vant si vf sinen vössen
Die rosevarwen wunden
Vnser waren losunge.
Do bat si: Herre gib mir dinen segen.
Do sprach vnser herre:
Ich segne dich mit minen wunden. —
Dc müsse mir geschehen
Und allen gotz und minen fründen.
Dis ist leider von minen arbeiten nit geschehen,
Wan ich han der hcligen cristariheite vile
Vil werder dene das mine.
III. Wie núze dc sî, dc ein mensche mit diemütigen worten sin herze besehe âne vnderlas.
Ich enweis nieman also gut, in si des not, de er sin herze ane vnderlas besehe und bekeiie, wc da ine wone und ŏch vil diker beschelte sine werk alle. Dis sol man tun mit diemütigen Worten. Dis lerte mich gottes stime, wan ich nie kein werk so wol getet, ich hette es wol bas getan. Dis ist min schelten, nu schelten wir vnser blödekeit alsus: Eya du allersnödestü creatur, wie lange wiltu din vnnütze gewonheit herbergen in dinen fünf sinen? Vnser kintheit die was toreht, vnser jugent wird angevohten, wie wir darine gesiget haben, de ist gotte offenbar. O we, leider min alter stat mir nu sere ze scheltende, wan es ist ufiütze an schulenden werken und ist leider kalt und von gnaden. Es ist ŏch vnmehtig, de es der jugent nit hat, da es die vürigen gotzmiiie mitte tragen mag. Es ist ŏch vnlidig, de ime kleinti pine vil we tut, da du jugent nit vf enahtet. Doch ist de gut alter gerne langbeitig und es getrüwet got alleine.
Vor siben jaren do clagete ein betrübeter alt mensche diseu schaden vnserm herrn. Do antwurte im got alsus: Din kintheit [223] wc ein geselline mines heligen geistes, din jugent was ein brut miner menscheit, din alter ist nu ein husvrowe miner gotheit. — O we, lieber herre, wc hilfet de der hunt billet; diewile de der wirt sclafet, so brichet der diep in sin hus: Das gebet des reinen herzen erweket doch vnderwilen denselben toten sünder. O we sünder, wie sere mag man dich beweinen, wan du bist ein morder din selbes, und du bist ein schade aller gute und ŏch ir vrome! Der gute mensche enpfahet grossen vromen; swene er sihet de ein ander snodet oder vallet in die sünde, so sihet er wtl wite vmbe sich, de er in die not iht körne; so bessert sich der gute mensche böser dingen, da volgent gerne güti werk nach; aber der böse wirt erger. Weile er böse bilde sihet, so wirt er also böse, de er gütti werk und gute lüte versmähet; so behaget im sin eigen verkertü wisheit allerbest.
Min lieber Schulmeister, der mich einvaltigen, tumben, dis buch geleret hat, der lerte mich ŏch dise rede alsus: Swas der mensche tut, ist er nit warhaftig, du solt im nit heimlich sin. Ich bekeüe einen vient, der ist ein dilker götlicher warheit in des menschen herzen. Eb man ime die statte git, so scribet er mit willekor des menschen die valschen wisheit dem monschen in sin herze und spricht: Ich bin von nature zornig und krank. — Damitte mahtu dich nit enschuldigen mit gotte noch mit eren. Du solt von gnaden sanftmütig und stark werden. „Ich habe kein gnade.“ — So soltu in vngnaden den gnedigen got anrufen mit diemütigen trehnen und mit stetem gebette in heliger gerunge, so rnüs der wurm des zornes sterben. Du solt dir selber gewalt tun, so darf kein pinlich gewalt vber dich gan von gotte noch von jeman; so wirt der wurm des kornes zeniht. Wellen wir vnsern zorn und alle vnser vnvollekomenheit mit gotte vberwinden und vertriben, so müssen wir rehte vnser süntliche bekorunge heimeliche verswigeii, und bewisen vswendig helig vrölich gelesse.
O we arme! Swie lange wir in zorne stürmen, haben wir iht gutes an vns. Wir müssen doch je wider ?A vnserme herzen komen, so müssen wir vns von schulden Schemen, so hat der zorn vnser mäht verzert, und hat vnser vleisch verderret, und [224] so haben wir vnsre nütze zit verlorn, da wir got iüe gedienet solten han. Ö we, das ist ein ewig schade! Aber o we! die sündige trehne rüwent mich, die man weinot in homütigem zorne. Da wirt die sele also vinster von, de der mensche diewile keiner guter dinge rehte kan gebruchen.
Die rüwige trehne sint also helig; mohte ein grosser sünder einen rüwigen trehnen vmb alle sine sünde weinen, er kerne niemer zu der ewigen helle, blibe er also. Swie kleine teglich sünde der gute mensche an im hat, die er vbfcrein nit lassen wil diewile er lebt; stirbet er also ane bihte und ane büsse, wie helig er iêt, er müs2 ein zu bitterem vegefüre. Wan, als erbarmherzig got ist, als gereht ist er ŏch dabi allen s linden und gram.
Das rate ich mir, do můs di miiie wonen, bi dunkel gut sollen wir niemer sin. Da wonet du diemütekeit gerne bi.
IV. Von dem besmen vnsers lierren.
Do ich ze kloster kam, darnach nit lange, so wart ich also sere gepinget von suche, de es mine vrŏwen erbarmete. Do sprach ich ze vnserm herren: Lieber herre wc wiltu mit diser pine? Do sprach vnser liebe herre alsus: Alle dine wege sint gemessen, alle dinü vosspor sint gezellet, din leben ist geheliget, din ende de wirt vrölich und min rieh ist dir vil nahe. — Herre, warumbe ist min leben geheliget, und ich so wenig gutes mag getün? Do sprach vnser herre: Damitte ist din leben geheliget, de min beseme nie von dinem ruggen kunt. — Te deum laudamus, de got also gut ist.
V. Warumbe de kloster ze einer zit angevoliten wart.
Die söllent den heimlich gut tun, die si wisent des si nothaftig sint, wan de gut de man in enthaltet, de wil ich an dem clostere nit haben. — Dis ist du glosa. Dc ein jeglicher von sinem ambahte barmherzeklich denen gut tut, die er weis nothaftig sin.
[225]
VI. Von dem capitel und wie der mensche besehen sol sine brúche und die beweinen. Von zwein guldin pfeningen und von gutem willen und gêrunge.
Swer dise bekantnisse hat, der klage und weine mit mir. Wan die vserwelten gotzkinder dike gotz liehamen nement und heleklich enpfahent, so můs ich mit brenender samwitzekeit in min capitelhus gan. So kunt. min vnwirdekeit und rüret mich, so kunt min vnvlis und beschuldet mich, so kirnt die lihtekeit mines gemütes und verwiset mir mine vnstetekeit, so kunt die snödekeit mines unnüzen lebenes und betrübet mich, so kunt die götliche vorhte und geiselet mich, so krüche ich hin als ein deines würmelin in der erden und hüte mich vnder dem grase miner manigvaltigen versumnisse alle mine tage, so sitze ich und schrie vf in den himel: Eya barmherziger got! Gönne mir, de ich hüte teilsamig möge sin der gnaden, die dine vserwelten nu enpfangen habent. Hie antwurt unser herre alsus: Nim zwene guldine pfefiing die beide glich swere sint und köf damitte; geltent si glich vil, so sint si glich gut. O we lieber herre, wie mag min snödekeit diner güti glichen, wan ich bin nit, als ich dir eren wol gönde! Ich habe nit als es dir wol gezimet, und ich haften an nihte mit trost miner sele in der weite. Alsust bin ich verworfen und leiderer worden. Ich enbin nit als ich lange gegert habe. Unser herre spricht alsus: Mit gutem willen und mit heliger gerunge mäht du vergelten wc du wilt.
VII. Wie der mensche ze aller zit mit got vereinet si.
Dc der mensche ane vnderlas vereinet si mit gotte, de ist bimelschü wone über alle irdensche wollust. Wie sol uns dis geschehen? Unser gerunge sol ane vnderlas wandeln in allem vnsern werk, und söllent mit cristanem geloben und mit gotlicher bekantnisse ane vnderlas allü vnser werk besehen und niemer uiiütze sin, so leben wir vnserra herren got mit allen vnsern werken, vmb allü sinen werk, du er je gewirchte in ertrich durch vnser liebin. Sus sin wir vereinet mit ime in sineu irdenischen werken mit himelscher liebin. Hienach werden (wir) [226] geistlich erluhtet, so loben wir vnsern berrengot mit allen den gaben, die je gegaben (wurden), unsern lip und gůt, vründe und mage und alle irdenische wollust die wir begeren mfthten. Hiemitte so danken wir gotte aller siner muten gaben, die er vns je gegab in ertrich an übe oder an sele. So sin wir aber mit got vereinet an nemelicher liebin und demütiger dankbarkeit üamitte sollen wir alle gotzgaben in vnser herze druken, so wirt unser herre3 minenvol. so werdent vnser sine geoffenet und so wirt vnser sele also dar, de wir sehen in die gütlichen bekantnisse, als ein mensche sin antlize besihet in einem claren Spiegel. So mögen wir gotz willen bekeiien in allen vnseru werken, de wir den willen got/ eren und liep haben in pinlicher gäbe als in trostlicher gäbe, und vrŏwen vns des de vns geschihet ane sünde. Die sollen wir beweinen und hassen wan si ist zit venvassen. Hie mitte werden wir in ertriche vereinet mit den beugen in dem himelrich, wan si vrowent sich allermeist vmb den willen gotz in dem himelriche.
Ich enweis nit, wie der vient des gewar wart, do mir got dise bekantnisse gab in der naht, und ich da ine mit grosser wune vereinet was, do er zu mir kam und sprach getniwelicb, wan er wolte mich beswichen. Sin stime borte ich mit min vleischlichen oren und ich sach schoptenisse mit geistlichen ŏgen, swartz, horwehtig and eime gruwelichen mane gelich. Ich vorbte mich doch vor ime nit. Dc ist davon: Swen gotz gäbe in der sele swebet und in den sinen ringet so mag sich der lichame in siner gegenwrtekeit nit4 vorbten. Aber swene der licham doch in n Atzen werken ringet, kunt er dene, so wirt dem lichamen also we in siner gegenwörtekeit, de ich (nie) in so grosse pine in ertrich kam.
Do sprach er zu mir: Mir trömet ze naht, wie ich rieh were und vil hatte. Do wolte er, de ich solle wenen, das dise helige gotteseinunge mit der sele alles ein tröm were. Do sprach die husvrowe inwendig, des lichamen (die) sele: Du bist nit warhaftig. Do sprach er: Ja, sol ich doch geweren also lange als got lebt. Do sprach die sele: Nu bist« doch gelert, sag mir, [227] wc sol ich tan? Der túfel mähte es alzevil: Du soltest dich vrŏwen und soltest dis grosse ding tragen in grossem gemüte. Die Sele: Ich bin noch leider also deine niet, de ich möge griffen durch der nadelen öri aller miner vienden in die himelporten niines ewigen landes. Der túfel: Du bist alzesere bezüiiet. Die sele: In dinen worten bekene ich din valscheit, zwifel, ital ere und hofart. Gienge ein stehelin mure vntz in die wolken alvmbe mich, denoch würde min herze niemer von minen vienden sicher und vrt. Do stünt er und bibente vor mir. O we, wie vol yalscheit düchte mich das sine. Do röfte er sin höbet und sprang zornelichen hine.
VIII. Wie ein mensche got suche.
Als got wil wesen dem menschen vrömede, so suchet er vnsern herren got und sprichet: Herre, min pine ist tiefier deiie das abgrunde, min herzeleit ist bitterer deiie die weit, min vorhte ist grösser dene die berge, min gerunge ist hoher dene die sterne. In disen dingen kan ich dich niergen vinden. — In disem jamer wart die sele irs lieben gewar bi ir, gelich einem schönen jungeling also schone, de es vnsprechlich ist. Und noch hette si sich verborgen, so vallet si vf sine vösse und grüsset sine wunden, die sint also süsse, de si aller irer pine und alles irs alters nit bevinden mag. So dahte si: We, wie gerne sehestu sin antlüt, so müstest du dich der wunden verzihen, und wie gerne hortestu sinü wort und sine gir! So stat si vf in vnwenk licher zuht gekleidet und gezieret. So spricht er: Sist willekomen min allerliebeste! In der stime des Wortes erkante si de, de ime ein jeglichü sele, die in sinen hulden gotte dienet, die allerliebeste ist. Do sprach er: Ich mfls din schonen an der bruchunge beide, din und min. „Die bruchunge ist vnsprechlich.“ — Do sprach er: Nim dise cronen der juncftöwen. Do kam die crone von im und gieng vf ir höbet, die lühte als ob si were von luterm golde. Die crone was zwivalt und was ŏch der minen crone. Do sprach vnser herre: Dise crone sol offenbar sin vor allein himelschen here. Do bat si: Herre, wiltxi morne min sele enpfan, als ich dinen heligen lirhamen enpfangen [228] han? Do sprach er: Du solt noch richer werden mit lidende. — Herre, was solte ich hie in diseme oloster tun? — Du solt si erlühten und leren, und solt mit inen bliben in grosser ere. — Do gedahte si: Eva, nu bistu hie alleine bi vnserm herren. In dem gedanke sach si zwen engel bi ir stan, die waren also ahtbar alse irdenische vürsten vor ändern armen lüten. Do sprach si: Wie wil ich mich n u verbergen? Do sprachen si: Wir wellen dich bringen von pine ze pine, von tugenden zu fügenden, von bekantnisse zu bekantnisse, von minen ze mine. — Das dis ein sündig munt sprechen sol und müs, de ist mir swere und ich engetar es doch nit lassen von gotte, und vor gehorsami menschlicher schemede und götlieher vorhte můs ich behalten alle mine tage.
IX. Wie die minende sele lobet misern herren mit allen creaturen.
Die minende sele wirt niemer lobes sät, daruinbe sainet si in sich selber alles de got je geschftf in ir gerunge und rftffet dene in den himel: Herre, wenn alle dise personen also vollekomen, und also helig, eb es müglich were, als din gebenedigte mtiter Maria, denoch genůgete mir armen nit, de ich dich nüt raöhte volle loben mit dinem einebomen sune. Herre, mag man dich volle loben? Nein, des vrcnve ich mich. Do antwurt vnser herre alsus: Die juncfrowen die mir lange gedienet habent, die sönt mich loben.
X. Dis geschach ze einer zu, do gras vnföre was.
Ich bat vnsern herren got für vrlüges not und für manige sünde der weite, do antwurt vnser herre alsus und sprach: Die sünden stinkent mich au, vs von dein abgrunde des ertriches untz in den himel. Were es müglich, si triben mich vs. Die sünde hatten mich einist vsgetriben, do kam ich diemiiteklich und diente der weite untz an minen tot; nu mag des nit nie geschehen. Nu můs ich biwilen mine rehtekeit buwen (sic) durch die sünde. — Lieber herre, was sollen wir armen nu tun? Do sprach vnser herre: Ir söllent vcli diemutegen vnder die bibenden [229] hant des almehtigen gottes und vörhtent in in allen vweren werken. Ich wil noch volk lösen von aller not, de sint mine vründe. Das gemeine gebette saftet min herze. Wie min gemtite stät, de bewise ich. Das gebet höre ich gerne von geistlichen Ititen, die es von herzen minent. (Adjutorium nostrum in nomine Domini» Laudate dominum omnes gentes. Gloria patri. Regnum mundi. Eructavit cor meum. Quem vidi. Gloria patri etc.5 Herre, himelscher vatter, eripfahe dinen dienst und din lop von dinen betrübten kinden und löse din volk von diser gegenwärtigen not. und löse vns von allen vnsern banden, deöe alleine der mine banden, die müssen nie von vns genomen werden.
XI. Wie vnser herre wart glich gesehen einem arbeitenden mane.
Unser herre wisete mir ein glichnisse. das er an mir erfüllet hat und noch tut. Ich sach einen armen vfstan vf der erden, der wc gekleidet mit armen lininen tüchen als ein arbeitende man. Ein borien hat er in den bände, da lag ein burdi vffe glich der erde. Do sprach ich: Guter man, wc tragest du? Ich trage, sprach er, dine pine. Kere dinen willen zu der pine und heb vf und trag. Do sprach der mensche: Herre, ja bin ich als arm de ich mit habe. Do sprach vnser herre: Also lerte ich min jungern, do ich sprach: Beati pauperes spiritu. Das ist, swene ein mensch nit vermag und gerne tete, de ist geistlich armüte. Der mensche. Herre, bistu es? Kere din anthU zu mir, de ich dich bekenen möge. Do sprach vnser herre: Bekene mich enbinen. Die sele. Herre, sehe ich dich vnder tusenden, ich bekante dich wol. Min herze hat mich gebuwen in binen ze eime vare, und ich getorste iine nit zihen de er es weri. Do sprach ich: Lieber herre, disü burdi ist mir ze swere. Do sprach vnser herre: Ich wil si mir also nahe legen, de du si wol mäht getragen. Volge mir, und sich, wie ich stftnt vor minem himelschen vatter an dem crüze und blip also. Do sprach si: Herre, des gib mir dinen segen. — Ich segne dich ane [230] vnderlas. Diner pinen sol werden gůt rat. — Herre, des hilf allen den, die gern pine liden dur dich.
XII. Wie ein mensche ital ere und bekorunge widerstdn sol.
Swene der mensche iht gutes gedenket von ime selben, so kirnt zehant die ital ere gesprungen vs dem winke! des himel—schen herzen mit einer süntlichen Wollust und wil sich bereiten in die fünf sine. So sol der mensche sin gemüte zu twingen, und sei sich ze hant vür sin herze mit diernütiger vorhte slagen und gegen sich mit dem segne des heligen crüzes, so wirt si zehant ze nihte, als eb si nie wurde. Dc han ich arme dike bevunden. Dis selbe sol man tftu zehant, swene die bösen vliegenden gedenken koment. Die verswindent ŏch von der craft des heligen crüzes, swene es dem menschen leit ist.
XIII. Wie unser herre wart gesehen glich einem pilgerin.
Ich arme vnwirdige, ich versache rnin selbes und sprich das ich gesehen han und gehöret in gotte. In einer naht sach ich vnsern herren stan in einem glichnisse eines pilgerines, und er tet als er gewandelt hette die cristanheit durch. Do viel ich vf sine fasse und sprach: Min lieber pilgerin, wanan kurnestu? Do sprach er: Ich kum von Jerusalem, (do meinte er die cristanheit) und ich bin vertriben von der herberge min. Die beiden bekanten min nit; die Juden wellent min nit, die cristane vehtent mich an. — Do betete ich für die cristanheit. Da entschuldete sich vnser herre allerschönest von der grossen smacheit, die er lidet von der cristanheit, und leite us, wie vil gutes er der cristanheit getan hat von anegenge, und wie vil er gearbeitet het vür die cristanheit und noch alle tage suchet die stat an in, de er sine gnade in si giessen mohte. Do clagete vnser herre aber und sprach: Mit ir willeküre tribent mich die lüte von der herberge irs herzen, und swene ich keine stat an in vinde, so lasse ich si bestan an irre willeküre und weile si sterbent, als ich si dene vinde, als vrteile ich vber si. — Do bat ich für die samenunge: Lieber herre, la si nit verderben, ich wil in iren frithof setzen ein lieht, da sönt si sich bekenen bi.
[231]
XIV. Von gotz erwelunye und segene.
In einer ändern naht, do ich in minem gebete was und in gerunge und versach mich nihtes, do wart ich gewar vnsers herren. Er slfint in dem frithove und hatte vor im die ganzen samenunge, also geordenet als si komen waren ze clostere. Do sprach vnser herre zů inen: Ich hau vch erweit, erwelent ir mich. so wil ich vch geben. Do sprach ich: Herre. was wiltu in geben. Do sprach er: Ich wil sehinende Spiegel vs in machen in ertriche. also, alle die si geren, de si ir leben bi in bekenen sollent. Und in dem himelricbe wil ich s! machen lühtende spiegele, also alle di si gesehen de si bekenen. wie ich si erweit habe.
Do reichte vnser herre sine haut und gab in sinen segen und sprach: Ich segencn vch mit mir selben: ir wellent mich in allen vwern gedenken. — Die \ nsern herren wellent in allen iren gedenken, de sint die seligen, die vnsern herren ze rehte lobent. Do sprach ich, si wellent mich vragen, in welicher ahte ich dich gesehen habe. Do sprach er: Es sint semliche vnder inen die mich bekenent.
XV. Wie der mensche, der die warheit minet, bitten sol.
Der mensch der die warheit minet, der bittet gerne alsus: Eya lieber herre, gone mir und hilf mir de ich dich ane vnderlas suche mit allen minen fünf sinen, in allen dingen heleklich, wan ich dich erkorn habe ob allen herren, und ich dich erkorn habe ob allen vürsten miner sele brütegöme. Gib mir ŏch herre, de ich dich vinden müsse mit aller miuer gerunge, brenender und verloschener. Ich geren Och, de ich din gebruchen müsse mit vliessender mine aller diner gäbe. Gib mir herre, vollen dinen widervlus, der ervolle6 minen munt, de mir pine. smelmisse, bitterkeit, jemer senfte tů. Das müsse mir von diner gnaden jemer geschehen: milter got, im gewer es mir. Hilf mir ŏch herre. de ich dich behalte in verzihunge alles mines willen nach diner gere, so verlüre ich mine vnverlöschen jemer me. Amen.
[232]
XVI. Wie ein mensch geret und bât.
Ein mensche begerte über alle gäbe und über alle pine, das got sine sele entbunde mit eime heligen ende. Do sprach vnser herre: beit min. Do sprach der mensche: lieber herre, ich mag mine gerunge nit gestüren, ich were bi dir also gerne. Do sprach vnser herre: Ich habe din begert e der weit begiiie; ich gere din und du begerest min. Wa zwöi heisse begerunge zesamen koment, da ist die niifie vollekomen.
XVII. Wie bekantnisse sprichst zu dem gewissede.
Das bekentnisse sprach zu dem gewissen: Wie vil man dich smehet und dir pine tut, das du doch luter in gotte stast.
Das gewisstn. Vrŏ bekantnisse, ir hant ein gflt wörtelin geseit. Sweiie alle sine wirrenisse7 hangen, der můs ein diemutig herze haben.
Bekentnisse. Vrŏwe gewissen, ir hant einen so edeln spiegel, da ir fich so dike teger (sic) ine besehent. Dc mag wol der lebendige gotz sun sin mit allen sinen werken. Es möhte ŏch anders nit gesin, de ir alsus wise sint.
Dc gewissen. Vrŏ bekantnisse, swefie ich ni8 ich. so ist mir beide wol und we; wol, wan got de vliessende gut ist gegen mir, we, wan ich so kleine an guten werken bin.
Dc bekantnisse: Vrŏ gewissen, ir hant an allen dingen lieber gottes willen und gottes ere defie vwern vrornen an übe und an sele, ir sint des túfels helle und gotz himelrich, was mag vch defie geliehen.
Die gewissende. Vrŏ bekantnisse, alles de ich von gotte habe, de hat er mir ze borgende getan, das ich damitte werbe sin lob und sin ere und ŏch rninen vromen; wan ich es im widergeben sol, so bedarf ich siner gnaden wol.
Die bekantnisse: Vrŏ gewissende, ir sint sere gebunden mit der werlte Sünden, und geistlichen lüten vnvollekomenheit tut [233] vch manig herzeleit. Si habent die vrien willekür, de si mögent varen ze himelriche oder zu der helle, oder in das lange vegefür; das ist vch ein swerü burdin.
Das gewissen: Vrŏ bekantnisse, ich klagen nit, de ich vnwillen habe und de ich wetag lide. Mich rüwet der welte sünde ze glicher wis als die mine pinc reiniget den lichamen von sünden und heliget die sele in gotte: alsus wellen wir mit fröden stän ze sinem gebotte.
Die bekantnisse: Vrŏ gewissende, die gutwilligen riehen in der weite, die opfernt got ir gut und ir almüsen, die geistlichen lüte oppferent got in sinem dienste ir vleisch und ir blůt, ob allen dingen oppferent si gotte in gehorsarni iren eigenen willen. Dc nie wiget de můs me gelten.
Die gewissende: Vrŏ bekantnisse, hiemitte ist es nit genůg, wellen wir gotz gebruchen in der hohin, so müssen wir haben die crone der diemütekeit und luterkeit, der küscheit angeborn oder angenomener, und die hohi der mine ob allen dingen. Dis selbe wuneclichc cleit treit an ir die helige drivaltekeit; der vatter die höhi der mine, der sun der diemütigen luteren küscheit, die hat er allen «inen vsenvelten mittegeteilet; der helig geist das mine brefien zu vns, allen vnsern guten werken.
Die bekentnisse: Vrŏ gewissende, die stetikeit au guten dingen, de ist ein arbeitende mine, der mag man nit enbern, wil man mit gotte besitzen die höchsten cren in beidi, hie und in feinem ewigen riche. Wol im, der sich hie an in vlisset.
XVIII. Von der bevelhunge der siben ziten der martir unsers Herren.
Ze mettin.
O grosscr tow der eclelen gotheit! O deiner blüme der sussen iu»get! O nütze früh t der schonen blumen! O heliges oppfer des himelschen vatters! O getn’nves losepfarit aller weite, herre Jesu Criste! Enptahe din helige mettin ze lobe und eren Diner eilenden geburt, diner eilenden not, Diner seren martir, dime heligen tode, Diner erlichen vrstendi, diner schöner himelvart,
[234] Diner almehtigen ere ze lobe und ze eren.
Gedenk min, lieber herre,
Dc ich an allem minem tfmde, an allem minen lassende
An allein minen lebende
Dinen heligen willen müsse vollebringen
Vf ein gůt ende, diner heligen drivaltekeit zu eren.
Und alle die mit mir, die in dinem namen
Dine und min vründe sint.
Ze prime zit.
O ellendü smacheit, o kumberlicher smerze,
Die totigete din herer licham und din süsses herze!
Hilf mir, lieber herre, de ich alle min smacheit
Und alles min herzeleit
In diner liebin müsse und möge verklagen,
Als es dir in clinen ewigen eren möge behagen,
Und ich da jemer selig ifie blibe.
Ze tercie zit.
O swere burdi, o eilende draht,
Die du uns herre hast getragen vnder dinem crüze!
Trag uns herre, vber alle unser not
In das ewige leben.
Ze sexte zit.
O blütigü not,
O wunden tief, o smerze gros!
La mich herre nit verderben
In aller miner pinen not. Amen.
Ze none zit.
O allerseligistü not!
O allerheligester tot!
O allerwuneklichester Spiegel des himelschen vatter,
Jesu criste, hoch an dem er uze gesclagen
Dur fusse und dur hende:
Ich bevilhe dir herre, min sele an minem Jungesten ende,
Das ich müsse ane vnderlas jemer me vereinet sin,
Also din himelscher vatter was und ist mit dir.
Des gewer mich und alle die dich mit trüwen meinent, Amen
Ze Vesper zit.
O gebundenes minevliesseu!
O getrüwes herzegiessen!
O herer licham, der da dur mich getödet wart,
Vil lieber Jesu Criste!
Ich bitte dich,
[235] Dc inine fünf sin3 ano vnderlas
Müssen und mögen sich frŏwen
An dem blutigen sper
Und an den wunden dines sussen herzen,
Und de mich min ellendü sele
Da eweklich müsse ine vrŏwen
Und die mit mir, für die ich
Cristanlich bitten můs und wil. Amen.
Ze complete zit.
O heligü tieffin aller diernütekeit!
O miltü breitin aller gaben!
O erlichü mine aller höhin, aller mine, Jesu criste,
Da du ine bittest dinen himelschen vatter!
Erfülle nu herre, din gebet an uns
Und helige vns in der warheit
Und gib vns die tieffin aller diemütekeit,
Da wir ine neigen mögen vnder alle creaturen
Wan die creaturen in widerstan
Der nit als wir tut.
Gib vns herre, die breitin aller iniltekeit,
Gütwillig in aller vnser ordenunge
Ze vollebringen dur din liebin.
Und gib uns herre die h6hin diner mine,
Die vns luter halte in dir
Und vnverderbet von allen irdenischen dingen. Amen.
XIX. Von dem grüsse vnser vrŏwen.
Ich grüsse dich, vrŏwe, liebü Maria:9
de du bist ein wune der heligen drivaltekeit
de du bist ein begine aller unser selekeit,
de du bist ein gesellin der heligen engelen hie und in gottes
riche. —
Ich grüsse dich vrŏwe, liebü Maria:
de du bist ein blünie der patriarchen.
de du bist ein hoffnunge der propheten.
de du bist ein wysse lylie der diemütigen juncfrŏwen und
Gedenken wie dir gekomen ist der grüs von Gabriels munde,
Und grasse mine sele an miner Jungesten stunde,
Und bring mich mit vröden vnbetrübet
[236] Vs disera eilende in de vrodenriche lant
Dines lieben kindes da ich ruwe vinde.
Ich grüsse dich etc.
de du bist ein lerende wisheit der apostelen,
de du bist ein rose der marteren,
de du bist ein bescherunge der bihtere,
de du bist ein helferin aller wittewen,
de du bist ein ere aller heligen dines lieben kindes,
bit vur mich, de ich mit allen minen werken
geheliget werde mit inen,
als es mir arme mügelich si,
Maria liebe keyserine.
Ich grüsse dich etc.
de du bist ein züvluht der sündere,
de du bist ein menlich helverin der verzwivelten,
de du bist ein trosterin aller heligen crisfanheit,
de du bist ein eisunge aller der vbelen geisten,
Wan si vervlöchet sint von dir worden.
Betwing si, liebü vrŏwe von mir.
de si sich niemer nie gevröwen an mir,
und ich jemer stete si an dinem dienste.
XX. Wie man de ave Maria sol bevelhen vnser frŏwen.
Gegrusset siestu himelschu keyserine, gotz müter und herzeliebe vrŏwe min, enpfahe vrŏwe, hütte din Ave M., ze lobe und eren dem wuneklichen ŏgenblike des vatter und des sunes und des heligen geistes, der so wuneklich gegen dem megtlichen müterlichen antlize offen und vnverborgen stat, vol aller selekeit.
Eya vrŏwe, da an gedenke ich
Mit aller ininer gerunge nnd aller ininer bette.
Alle mine pine und allü ininü not,
Und alles mins Herzeleides, miner eren,
Miner seien nnd mines jnngesten endes,
Wene ich hinan wende
Us disein jemerlichen eilende, —
Dis müsse alles dinen mfiterlicheu trüweti
Und diner megtlichen ere bevolhen sin,
Und diner vrŏwelichen gnti ane vnderlas bevolhen sin,
Und darzü alle die mit mir,
[237] Die dine und mine vrünt
In dem namen des almehtigen gottes sint.
Herzeliebe vrowen min,
Maria, edele keyserin.
XXI. Wie ein mensche sin herze sol besehen eb de er ze gotz tische gê.
Ir wellent lere haben von mir, und ich selber vngeleret bin. Des ir je gerent, de vindet ir tusentvalt in vweren bůchen.
Wene ich arme dar zu gan und můs enpfahen den lichamen vnsers herren, so besihe ich de antlitze miner sele in dem spiegel miner Sünden. Da sihe ich mich ine wie ich gelebet habe, wie ich nu lebe und wie ich noch leben wil. In disem Spiegel miner sünden, da sihe ich niht ine dene o we und o we! So wirf ich min antliz zu der erden und klage und weine eb ich mag, de der ewig vnbegriffenlicher got also gut ist, de er sich wil neigen in den vnvletigen pfül mines herzen. So gedenke ich alsus, de billicher were nach rehte, de man minen lichamen zuge zu dem galgen als einen diep, der sinem rehten herren verstossen hat den türen schätz der luterkeit, den mir got in dem heligen töffe hat gegeben.
Des wellen wir jeinerlich klagen
Alle die wile wir leben,
Dc wir dikke vervinstert haben
Dc müssestu vns herre, vetterlich vergeben,
Welch sünde der mensch nit gebihtet hat, noch ŏch nüt bihten wil,
Da mitte sol er nit gotz lichaine enphahen.
Nu wil ich an die wäre hoffenunge tretten
Und danken des gotte, de ich je wart gesehen,
Dc mir armen de mag geschehen,
Dc ich gotz lichamen můs enpfän.
Nu wil ich mit vröden zu gottes tische gän,
Und ich wil enpfän das selbe blutige lamp,
Dc an dem heligen crüze wolte stän,
Blutig vnverbunden,
Mit sinen heligen fünf wunden.
Wol uns de de je beschach!
In siner heligen matter
Wil ich verklagen alles min vngemach.
So gan wir dene mit vröden und mit herzeclicher liebin,
Und mit einer offenen sele und enpfahen unsern lieben,
[238] Vnsern aller herzeliebosten lieben,
Und legen in in vnser sele
Als in ein susse süssende wagen.
Und singen iine defie lop und ere,
Vmb de erste vngemach de er liden wolte,
Do er in der kripfen lag.
So nigen wir ime mit vnser sele
Und mit vnsern fünf sinen
Und danken vnserm lieben und sprechen
Herre, ich danke dir din selbes.
Nu bitte ich dich, vil lieber,
Dc du mir din cleinoter wellest geben,
Dc ich luterlich möge leben
Vs von allen sünden.
Herre, war wil ich dich defie legen?
Was ich habe das wil ich dir geben.
Ich wil dich an min bette legen.
Das bettelin ist alles pin,
Swene ich gedenk an dine pine,
So vergesse ich der mine.
Du solt mir herre min hüffe legen. Dc wangeküssen, de ist min herzeleit, Dc ich nit enbin zc allen ziten bereit Ze enphahende dine pinlichen gäbe; Des ist herre, alle min clage.
Dis bettes dekki ist min gerunge, Da mitte ich bin gebunden. Wiltu n u herre mich stillen, So tu minen willen,
Und gib mir die sundere, die in den höbetsunden sin, So vrowestu die sele min.
Herre, wc wellen wir nu von miiien reden, So wir alsust nahe zesamen sin gelegen In dem bette miner pine.
Ich habe dich herre, enpfan, Als du vf erden erstanden bist von dem tode. Lieber herzeliep, nu tröste min gemüte, Dc ich ane vnderlas luterlich bi dir gestän, Da volget grosse selekeit nach. Gib mir herre, die schuldigen sele vs dem vegefür Alleine mir; de widergelt si alzetür.
Nu han ich dich herre, enpfangen, Als du bist ze himel gevarn, Nu soltu mich, vil lieber, nit ze sere sparn. Ich můs je sterben von nriiie, Du mäht mich herre niemer anders gestillen.
[239] Gib mir herre, und nim mir herre alles wc du wellest,
Und las mir je disen willen,
Dc ich sterben müsse von mine in der mine. Amen.
XXII. Von dem lobe des himelschen vatters.
Wol mir! ich lobe dich alle wege,
Got, diner edelen güti,
Dc du mich erweit hast
Zu dime heligen dienste.
Heiige min gemüte,
Dc ich mit heliger inekeit
Alle dine gäbe enpfah
Und ich mit vröden bi dir bestä,
XXIII. Wie man dem sune danken sol.
Wol mir! ich danken dir, keyserlicher gotz sun.
Des denke ich dir jemer me,
Dc du mich in der weite von der weite hast genomen.
Din helige pine ist min,
Die du dur mich hast gelitten.
Alles de ich jemer gelide,
Dc wil ich dir da wider geben.
Alleine es vngeliche si,
Es machet doch mine sele vri.
Halt mich je in dinen hulden,
Dc du jemer gelobet mussent sin.
Jesus, min vil lieber,
Lose mine bende, la mich zu dir beliben.
XXIV. Von der mine vlůt.
Wol mir! Ich danke dir, heliger geist.
Dc ist min gelobe, de du bist
Ein persone der heligen drivaltekeit.
Din sussen minenden brunenvlusse
Vertilgent alles min herzeleit,
Wan si sanfte hergand
Vsser der heligen drivaltekeit.
Ich bitten dich herre, heliger geist,
Dc du mich bedekkest von aller argheit
Der vblen geisten mit diner gütlichen mine,
Was si an mir suchen, de si de nit vinden.
XXV. Von dem grusse der heligen drivaltekeit.
Ich arme von allen tilgenden, Ich snöde an minem wessende,
[240] Getar ich oder mag,
So grusse ich die höhin, die clarheit,
Die wune, die wisheit, die edelkeit,
Die wunderliche einunge der heligen drivaltekeit,
Do alles de vsgevlossen ist, vnbewollen,
Dc do wc, de ist, de jemer wesen sol.
Da můs ich je wider in;
Wie sol mir de geschehen?
Ich můs widerkriechen, wan ich schuldig bin;
Ich můs gan vf besserunge mit guten werken;
Ich rafis Itfffen mit getruwem vlisse;
Ich můs vliegen mit tubenvederen,
Dc sint tilgende und gůti werk und heliges gemüte
Ich můs sweben an allen dingen über mich selber;
Als ich allermüdest bin,
So knme ich wider in.
Wie ich dene enpfangen werde,
Dc gesach nie menschen öge,
Das gehört nie menschen ore,
Es mohte nie menschen mnnt gesprechen.
Gloria tibi trinitas!
XXVI. Wie man zu cjotte vliehen sol in der bekorunge.
Herre Jesu criste, ich armer mensche
Vlehe dir und gere diner helfe,
Wan mine viende jagent mich.
Herre got, ich klagen dir,
Wan si wellent mich dilken von dir.
Herre, ahnehtiger gotz sun, tilge si von mir
Gib mich nit in ir gewalt,
Und halt mich luter in dir,
Wan du hast mich mit diner marter erloset.
Sist nu min helfe und min trost
Und la mich herre nit verderben,
Wan du wolltest für mich sterben.
Herre Jesu Criste, ich suche dine helfe.
Erwek mine sele von dem sclaf miner tragheit
Und erlühte mine sine von der vinsternisse mines vleisches.
Gib mir din geleite,
Ze wandelend alle mine wege zu dir ane sünde,
Als es mügelich si von menschen,
Wan minü gebresten sehen dinü ŏgen.
Maria, gotz müter, himelschü keyserin,
Hiezu müssest min helferin sin,
Wan ich leider schuldig bin,
Das ich gnade vinde
[241] Zu dime lieben kinde,
Müter aller küscheit,
Ich klagen dir alles min herzeleit. Salve regina.
XXVII. Wie der geistlich mensche sin herze sol keren von der welt.
Swefie der geistlich mensche mage und sinen liebsten vrünt vor im sihet schone gezieret und gekleidet nach der weite, so bedarf er wol, de er gewaffent si mit dem heligen geiste, de er nit gedenke: Alsus möhtestu ŏch wol getan haben! Von dem gedanke wirt im sin herze als vinster und sin sine als vnbereit zu gotte, und sin müt also treg ze heligem gebette und sin sele also rehte eilende von gotte, de er dene sinen weltlichen magen irlewendig gelicher wirt dene eim geistlichen menschen:
Wil er luter mit gotte gestan, So můs es an ein striten gan, So ist dene sin gewissede betrübet, Das ein lühtevas ist des heligen geistes, Wan die gewissede lühtet niht An des heligen geistes lieht.
Swefie de lieht schone in dem lühtevas ist entbrant, So ist des lühtevasses zierde schone bekant. Also ist es vmb dem geistlichen menschen, Dem aller der weite zierde Ein eisunge ist in sinem herzen, Der behaltet sin lühtevas schone und vnverlöschen; Ist aber sin herze offen gegen der weite, So ist sin lühtevas zerbrochen, So kunt der bitter nortwint der girekeit Der weite von vnsern magen, Das si vns vil klagen, Dc si des pfüles alze kleine haben, Da si doch leider ine versinkent, Und in den Sünden ertrinkent. Dis verlöschet vnser lieht Und haben doch der weite niht. Darnach kunt der sünde wint, Die valsche wollust der weit, de si schöne schint, Und hat doch manig bitter pine; Wil vns dis wol behagen, So haben wir in den ewigen schaden. Dc mögen wir gerne bewarn, Wan es ist kein sünde so cleine,
[242] Si sî vns an vnser sele ein ewig schade.
Warumbe? Es wart nie sünde als heleklich gewandelt,
Si were besser ungetan.
Darumbe müssen wir stete vorhte han10
Ob wir mit gotte mögen biterlich bestan.
Dc wir gotte haben gegeben,
Dc mögen wir im niemer ane vnsern schaden wider genemen,
Wand wir sin im erlich gegeben
Der visch in dem wassere der sihet
Mit grosser ger de rote äs an,
Damitte man in wil vähn;
Er sihet aber nit den angel.
Also ist es vmb der weite vergifr,
Si bekenet ires schaden nit.
Wiltu nu rehte widerkeren,
So sieh an dinen brütgömen. aller weite herreu,
Wie schone er gekleidet stünt
Mit pfellorinen cleidern, rot blüt,
Swarz varwe, mit geiselen zersclagen,
Zu der süle gebunden.
Do enpfieng er dur dine liebin
Manige scharpfen wunden. Dis las in din herze gän,
So mäht du der weite trüginen entgän.
Wiltu ftirbas volgen mit dinen heligen gedanken,
So sich vf, wie er an dem crüce stunt,
Vfgeriehtet hohe,
Vor aller weite ŏgen mit blute beruiien.
Die cleider söllent wesen dines herzen wunen,
Sine keyserlichü ŏgen mit trehnen vbervlossen,
Sin süsses herze mit der mine durstossen11
Nu höre noch die stime;
Dc leret dich die gotzmine,
Wie der smiden hamere klopfeten und slügen
Dur sine hende und vösse an dem crüze.
Gedenk ŏch an des speres wunde, Das dur die siten gieng ze sines herzen— gründe, Und clage im alle dine sünde, Sust gewinestu gotz künde. Sich die scharpfen cronen an Die er vf sinem höbet trüg, Küs in vor allen dingen, Er gibet dir aller wunen gnüg.
[243] Danke im wie er sterben wolte
Dur dine grosse liebin
Und la dich nieman betriegen,
So mäht du ein künigiiie sin sines riches jemerme
Wiltu hiezu kriesen, so vberwindestu
Mit vröden aller weite herzeleit.
XXVIII. Von der not eis urlüges.
Mir wart bevolhen mit eime heligen ernste, de ich bete vür die not, die nu ist in Sahsenlanden und in Düringenlanden. Da ich mich zu bot mit lobe und mit gerunge, do wolte mich vnser liebe herre nit enpfän, und sweig mit ernster stille: Dc müste ich vertragen sibenzehen tage mit minenclicher gedult. Do sprach ich zu vnserm lieben herren: Eya lieber herre, weile sol komen die behegeliche stunde, de du wilt und de ich mus bitten vür dise not. Do wisete sich mir vnser herre und sprach:
Der wunenkliche morgen rot
Mit maniger varwe, de sint die armen
Die nu lident manigerleie not.
Da sol in die ewige sune nach vfgan des ewigen liehtes,
Di si beschinen sol mit ewiger vröde na diser not.
Do werdent si mitte geheliget
Und gekleret als die spilende sune,
Als si gegen dem mitten morgen vftringet
Und die hohi tritet.
Semlich sint in deme her
Da si nöte sint und mit vorhten,
Die lan ich werden gevangen und libelos,
Vf de si zu mir komen mögin.
Die die sache sint des vrlüges,
Die sint grüwelicher an in selber
Und grime an iren werken,
Dc si die bilde mines gotzhuses getörrent angriffen.
Do bekante ich, de do der ewige tot nachvolget.
Die die strasse röbent ze vüsse,
Were kein vrlüg, so weren si diebe und valsche lute.
Alsus machent je die bösen die seligen gut.
Alsust můs got die sinen mit pine minen,
Er kan si anders nit gewinen.
Alsus hat mir got gesaget (von) den vromen,
Und nit weis noch wa es sol ende nemen.
Ich weis de wol vürwar,
Dc ich noch gotz vründen von herzen sol wol behagen.
[244] Ich weis das wol vürwar wc gotz vründe lident, Dc ir gut niemer vergisset, Wan er ist ir helfe und ir trost in aller ir not. Darnach sollen wir kriegen und mit vroden gerne liden, So mögen wir vor gotte büken und schinen.
XXIX. Von einer lere.
Wiltu din herze ganz zu gotte keren,
So soltu drü ding haben zu einer lere:
Vörhte dich vor allen Sünden,
Gütwillig zu allen tugenden,
Stete zu allen guten dingen,
So raahtu din leben zu einem guten ende bringen.
Wiltu dich selben dazu twingen,
So mahtu es mit gotz helfe wol voilebringen.
Bitte got steteklich hieumbe,
So tragest du sanfte allen dinen kumber.
Bitte luterlich und diene got mit vlisse,
So wirstu vrödenriche.
XXX. Ein gebet toene man die jungfrŏwen crönet.
Enphahe herre, dine brüte12 und begegene in mit den lylien der luter küscheit alle ire tage.
Enphabe herre, dine brüte und begegene In mit den rosen der vlissigen arbeit uf ein gut ende.
Enphahe herre, dine brüte und begegen inen mit der violen der grundelosen diemutekeit und leite si in din brutbette unde vmbehalse si mit aller liebin jemer vngescheiden.
XXXI. Von einer klage.13
Dis ist der minenden sele klage,
Die si alleine nit mag getragen;
Si můs es gottes vründen sagen,
Vf de inen minedienst behagen.
Minen siech und libes krank,
Piee, not und harten twang,
Dc machet mir den weg zelang,
Zu minem lieben herren.
Wie sol ich dich, lieb, alsus lang enberen.
Ja, bin ich dir leider alze verre.
[245] Wiltu herre, mine clage nit enpfän,
So můs ich wider in min truren gän,
Und beiten und liden, beide, stille und offenbar.
Du weist de wol lieber herre,
Wie gerne ich bei dir were.
Vnser herre. Wene ich kume, so kume ich gros.
Es war nie vngemach so gros,
Ich möge es wol geheilen.
Du müst noch me beiten,
Ich wil dich bas bereiten,
Eb ich dich bringe vür minen vatter,
Vf de du vns deste bas behagest.
Ich bore noch gerne dinen mine klang.
Swene vinster werdent unser menschliche sine,
So erweken wir mit der klage
In vnserm herzen die götlichen mine.
XXXII. Wie des guten menschen werk lúhtent gegen den werken vnsers herren.
Wie des guten menschen werk söllent lühten und schinen in der himeischen ere, de merkent an disen Worten:
Darnach als wir hie vnschuldig sin gewesen, darnach (wirt) gotz vnschult schinen und lühten in unsere helig vnschult.
Darnach als wir hie arbeiten in guten werken, darnach sol gotz helige arbeit lühten und schinen in vnsere helige arbeit.
Darnach als wir hie inekeit haben in gotte heimliche, darnach sol gotz helige inekeit lühten und bliken in vnsere helige inekeit manigvaltekliche.
Darnach als wir hie vnsere pine dankbarlich enpfahen und gedulteklich liden, darnach sol gotz helige pine lühten und schinen in vnsere pine.
Darnach als wir hie alle tilgende geübet han mit vlisse, darnach sönt gotz helige tugende lühten und schinen in vnser tugende in manigvaltiger ere. Dc were eweklich jemer mere.
Darnach als wir hie in mine breiien und lullten in heligem lebene, darnach sol gotz mine in vnsere sele und in vnsern lichamen breiien und lühten ane vnderlas, jemerme vn verlöschen.
Dise gegenblike schinent und lühtent von der ewigen gotheit. Dis guten werk han wir enpfangen von gotz heliger menschheit. Und haben si vollebraht mit des heligen geistes volleist.
[246] Sust kumen vnser werk und vnser leben wider in die heligen drivaltekeit.
Da wirt es offenbar, wie es vns nu hie stat.
Darnach de wir hie helekliche in götlicher mine leben,
Darnach sollen wir da in der höhin wuneklich sweben,
Und darnach wirt der mine mäht vns da ze lone gegeben,
Das wir gewaltig werden allen vnsern willen ze tuende,
Dc wir von den heligen bekant werden wie wir sint gewesen,
Hiemit müssen wir ir geselle wesen. Amen.
XXXIII. Von dem geistlichen trank.14
Ich bin siech, mich lustet sere eis gesunden trankes,
Dc Jesus Cristus selber trank.
Do er, got und mensche in die kripfen kam,
Do wc im das trank zehant bereit,
Des trank er also vil,
Dc er also ininenvürig trunken was,
Das er in allen tilgenden vür15 alles sin herzeleit.
Er gab jemer tugende, die güti sin die wart nie siech.
Des gesundes trankes lustet mich. Dis trank ist pine durch gotz liebin. Die pine ist bitter,
So malen wir darzü eine würzen, heisset: geme liden. Die ander würzen heisset, geduld in der pine Die ist ŏch bitter;
So malen wir darzü eine würzen, heisset, helige inekeit, Die machet die gedult süsse und aller vnser arbeit. Die dritte würze, de ist, in pine lange beiten Vnsers ewigen lebenes und vnsers heiles; Das ist ŏch vil bitter. So malen (wir) darzü ein würzen, die heisset: Mit vröden vnverdrosseri.
Eya lieber herre, wöitestu mir dis trank geben, So möhte ich vnverdrossen mit vröde in pine leben. Da wölte ich zu einer wile des himelriches enbern, Alsus sitsse ist nach ime min gere. Nu müssistu dis, herre, mir Nach dinem liebesten willen geben, Und allen den, die es durch dine liebin geren.
XXXIV. Von der geistlichen spise.
Nach bitterme tränke bedarf man wol senfter spise. Die vfstigende genůge und die sinkende diemütekeit und die [247] vliessende miiie, dise drie juncfrŏwen bringen! die sele uf ze himele vür got, und so wir! si irs lieben gewar. So sprich! si: Herre, ich klagen, de du so sere angevohten bist von dem liebesten de du in ertrich hast, de ist der cristamnensche. Herre, ich klage dir, de dine vründe so sere gehindert sint von dinen vienden. Vnser Herre. Haben si di rehte güti an in, alles das vber si gat ane sünde, de verzerent si wunenkliche zu der waren gottes künde. Darumbe die pine rüifet allerlutost: vber allen gotzdienst, wichent mir, wan de der mensche vngetröstet ist nach dem willen gotz, wan de der mensche getröstet were nach sinem eigenen willen. Gotz wille ist luter, vnser wille is! sere gemenge! mit dem vleische. Alle, die sere mifient inewendig, die werdent uswendig gestillet, wand allü vswendig arbeit hindert den inwendigen geist. Dc dene der geist inwendig singet, de gat über alle irdensche stime.
Die gedult singet allerschönost über aller engelen chöre, wan die engel haben kein gedult, wan si kein pine enpfindent. Dis haben wir von der menscheit vnsers herren, dazu alle die ere damit wir von gotte in ertrich geeret sint und damit in dem himelriche mit gehöhet sollen werden. Von der edelen arbeit vnsers herren und von siner heligen pine ist vnser eristanlichü arbeit und vnser gütwilligü pine geedelt und geheliget, ze glicher wis als allü wasser sint geheliget von dem Jordane, da vnser lieber herre ine getöffet wart.
Eya lieber herre, hilf vns, de vnser helige gerunge niemer müsse gerüwen16 und vnser sinkende diemütekeit sich niemer müsse vfgerihten mit dem homüte, und die vliessende bürnunge der heligen gotzmine, die müsse hie vnser vegfür sin, da alle vnser sünden iiie getilget werde.
XXXV. Von den siben salmen.17
Lieber herre Jesu Criste, dise heligen siben salmen spreche ich ze lobe und ze eren aller diner heligen pine, da du ine sterben woltest dur mich an dem heligen crüze.
[248] Vil lieber, ich bitte dich, swene kunt die zit,
Dc du din gebot ervüllen wilt
An mir mit minem tode,
Dc du dene komen wellest zu mir
Als ein getrüwer arzat zu sinem kinde.
Und gib mir dene herre, eine helige suche,
Da ich mich ine bereite mit rehten sinen
Und mit warern cristanem geloben. — Domine ne in furore.
Ich bitte dich, vil lieber herre,
Dc du dene komen wellest
Als min allerliebster vrünt ze miner not;
Und bringe mir dene, herre, also waren rüwen
Da alle min sünde ine getilget werden,
Dc ich ir nach disem übe
Unbetrübet blibe. — Beati quorum remis.
Ich bitte dich vil lieber herre,
Dc du dene komen wellest
Als ein getrüwer bihter zu sinem lieben vründe,
Und bringe mir dene das wäre lieht, dines heligen geistes gäbe,
Da ich mich ine sehe und bekene,
Und alle mine sünde von herzen ine vor clage,
Mit also heliger hoffunge,
Dc min (geist) werde mit gebunden
Von allen minen sünden
Und das ich luter werde vunden,
Und gib mir herre dene din selbes lichamen,
Dc ich dich dene, vil lieber,
Mit also grosser liebi müsse enpfän,
Als je ein menschen herze kan;
Dc du dene müssest bliben
Die wegespise miner eilenden sele,
Also, de ich, vil lieber, din liep geselle blibe
Mit dir zu dem ewigen liebe. Amen. — Domine ne in furore.
Ich bitte dich lieber herre
Dc du dene wellest komen
Als ein getrüwer brůder zu siner lieben swester —
Und bringe mir das helige waffenkleit,
Da min sele mit werde bereit,
Dc mir mine viende nit mögen geschaden,
Wene si wellent über mich klagen,
Dc si sich dene müssen schämen aller ir arbeit,
Die si an mich haben geleit. — Miserere mei deus.
Ich bitte dich herre, de du wellist zu mir komen
Als ein getrüwer vatter zu sinem lieben kinde,
Und beware dene min ende.
[249] So ich mit minem sündigen munde nit sprechen mag,
So sprich dene miner sele inwendig zu,
Dc du si tröstest und jemerme behütest,
Dc ich gevröwet werde und nit betrübet.
Des bitte ich dich, herre, dur dine muten gütin. Amen.
Domine exaud. o. et. cla.
Ich bitte dich herre, de du mir dene wellist senden Dine magetliche müter; Der mag ich nit enbern, Dc si dene ir volle mine lange gere, Und min arme sele vor allen vienden beware.
Dc profundis da.
Ich bitte dich, lieber jnngeling Jesus, der reinen megde kint,
Dc du dene wellest komen
Als min allerliebster brütgöm,
Und rihte dene über mich
Als die edelen brütgöme pflegent,
So si iren brüten grosse morgengaben gebent,
Und enpfahe mich dene an dem arem diner mine,
Und bedeke mich mit dem mantel diner langen gerunge.
Wol mir jemerme, so bin ich dene entbunden.
Wolten wir dikke gedenken an die stunde,
So sunke aller vnser hochmüt ze gründe.
Als er vns dene sin her antlitze offenbaren wil,
So hat min sele Wunsches spil.
Da ich nu nach jamerig bin,
Dc mag mir in ertriche nach wünsche niemer gesehen.
Domine exaudi or. m. auribus percipe.
XXXVI. Von einem geistlichen closter.
Ich gerte des zu gotte, eb es sin wille were, de er es mich Hesse verstan, de ich nit mere schribe. Warumbe? Dc ich mich nu also snöde und vnwirdig weis, als ich wc vor drissig jaren und me, do ich es beginen müste. Do wisete mir vnser herre in siner hant ein sekelin und sprach: Ich habe noch würzen. Do sprach ich: Herre, ich erkefie der würzen nit. Do sprach er: du solt si wol erkenen, so du si sihest. Man sol die siechen mit laben, die gesunden Sterken, die toten weken, die guten mitte heiligen. Hienach sach ich ein geistlich doste r, de wc mit tugenden gebuwen.18
[250] Die eptischin ist die wäre mine,
Die hat vil heliger sine,
Da si mit vlisse die samenunge mit bewaret
An übe und an sele, alles zu gotz eren,
Si gibet in manige helige lere;
Dc jemer gottes wille si,
Davon wird ir eigen sele vri.
Der mine capellanine ist die götliche diemütekeit;
Die ist jemer der mine vndertan,
So můs die hofart bi siten gan.
Die priorine, de ist der helige gotzvride.
Irme guten willen wird geduld gegeben,
Das si die samenunge mit götlicher wisheit leret;
Zu welen dingen si keret,
Dc ist je ze gottes eren.
Die vnderpriorine, das ist minesamkeit.
Si sol die deinen broken zesamene lesen
Und tilken si mit gotliclieit.
Swas man missetüt de sol man nit lange tragen im gemute,
Damit meret got des menschen gute.
Dc capittel sol vier ding in im haben:
Dc ist die offenbarunge der helikeit,
Die an gotz dienest lit. Ir senftmütige arbeit
Tut den vienden manig leit
Und gotte manig ere,
Des mag si sich vrŏwen sere.
Si hüte sich vor italer ere,
Andere der eren helfe sin.
Dienent si mit vlisse, so lonet in got geliche.
Die sangmeisterine, dc ist die hoffunge,
Ervüllet mit heliger, diemütiger andaht,
Dc des herzen vnmaht
In dem sänge vor gotte so schone clingen,
Dc got die noten minet, die in dem herzen singen.
Der mit ir also singet, dem sol mit ir gelingen
In der himelschen mine.
Die schůlmeisterin, dc ist die wisheit,
Die mit gutem willen die tumben vlisseklich leret,
Des wirt de closter geheliget und geeret.
Die kellerin ist ein vsvlus in helf lieber gäbe.
Dc si das in götlicher vröde tut,
Davon gewinet si helig gemute in götlicher gäbe,
Alle die iht von ir gerent,
Die söllent gezogen und genůgig wesen Jemer ane clage. So vlüsset in ir herze die süsse gottesgabe.
[251] Die ir helfe do zu sin,
Die söllent jemer gewinen
Alse si die süsse gotzgabe.
Die kamererin, de ist die miltekeit,
Die jemer gerne woltüt in ordenlichen massen.
Si gibet de si nit enhat mit gütlichem willen,
Des můs si von gotte sunderliche gäbe gewinon.
Den si was gibet die danken des gotte
Mit heliger inekeit, der bevindet des herzen stat
Als de edel tränke in reine vas.
Der siechen meisterine, de ist die vlissende barmherzekeit,
Die jemer danach hungeret,
Dc si vnverdrossen den siechen si bereit
Mit helfe und mit reinekeit,
Mit labunge und mit vrölicheit,
Mit tröste und mit minesamkeit.
So gibet ir got sin widergelt,
Dc si es jemer gerne tut,
Der ir helfe dazu senden sol,
Dc selbe von gotte geschehen.
Die portenerine de ist die hüte,
Die jemer ir vület mit heligem gemüte
Ze werbende wc ir ist bevolhen,
So blibet ir arbeit vnverloren,
So mag si bereite zu gotte komen
Swene si bitten wil,
So ist got mit ir in einer heligen stille,
Ze verclagende ir herzeleit.
Wand si es vnderwilen swerlichen tut,
Dc versünet alles die helige gehorsami,
Der si dene ist mit vröden vndertan.
Die zuhtmeisterin, de ist die helige gewonheit,
Die sol jemer brenen als ein kerze,
Vnverlöschen in der himelschen vriheit,
Sust tragen wir sanfte alles vnser herzeleit
Untz in ein helig ende.
Der Brobest ist die götliche gehorsami,
Dem sint alle tugenden vndertan
So mag de closter in gotte gestan.
Der sich in dis closter wil begeben,
Der sol jemer mit gütlicher vröde leben.
Hie und in dem ewigen leben.
Wol in die da ine blibent!
XXXVII. Von der ewigen hochgezit der heligen drivaltekeit.
S wer in warer mine sich bereiten wil
Zu der ewigen hochgezit der heligen drivaltekeit,
[252] Der můs es je beginen:
Er sol dem himelschen vatter volgen und dienen
Ane vnderlas mit heligen vorhten
Und mit diemutiger diemütekeit an allen dingen.
Er sol sinem sune volgen und dienen
Mit pine und mit gedult,
Mit willigem armüte in heligen arbeiten.
Er sol dem heligen geiste volgen und dienen
In heliger hoffunge ob allen Worten
Mit süssem herzen in senftem gemüte,
So smeket man siner gute.
Die reinen minenden juncfrŏwen,
Die söllent vürbas volgen dem edeln Jungelinge
Jesu Cristo, der reinen megde kint,
Der al vol minen,
Als er wc von ahtzehen jaren, so ist sin persone
Den juncfrŏwen allenninenklichost und er allerschönost;
So volgent si ime mit wunenklicher Zartheit
In die blüiende wise ir reinen gewissi.
Da brichet inen der jungeling
Die blümen aller tilgenden,
Da machent si die edelen crentze von,
Die man zu der ewigen hohgezit tragen sol.
Swene die edelen gerihte sint geschehen,
Da Jesus Cristus selber dienen wil,
So sihet man da den allerhöhesten lobetanz,
Da sol dene ein jeglich sele und lip Tragen iren tugenden krantz,
Die si hie haben vollebraht
Mit maniger heliger andaht.
So volgen si dem lambe in vnzellicher wone,
Von wone ze minen, von minen ze vroden,
Von vroden ze clarheit, von clarheit ze gewaltekeit,
Von gewaltekeit in die höhsten höhin,
Vür des himelschen vatter ŏgen.
So grüsset er sinen eingebornen sun
Und darzü manige reine brut,
Die dar mit im sint komen.
Eya lieber sun, de du bist, de bin ich,
Und de si sint, des vrŏwe ich mich.
Mine lieben brüte, vrŏwent vch jemer me,
Vrŏwent vch in miner ewigen luterkeit,
Verklagent nu sanfte alles we und alles leit.
Min heligen engele sont vch dienen,
Mine heligen sont vch eren,
Die müter mines sunes menscheit
[253] Sol vch mit lobe sin bereit,
Dc ir geselle sint. Vrŏwent üeh lieben brüte,
Min sun sol vch al vmbevän,
Min gotheit sol vch al durgän,
Min helig geist sol vch jemer me leiten
In wuneclicher augenweide
Nach allem vwern willen.
Wie möhte vch bas gelingen?
Ich wil vch selber miiien.
Die nit lutere megde sin,19 Si söllent dise hochgezit besitzen und besehen Und gebruchen als verre es müglich mag gesin.
Do ich in kurzer stunde mit miner sele ŏgen dis gehorte und gesach, do wc ich ein mensclich stüppe und ein esch als ich e was.
XXXVIII. Wie ein geistlich mensch sol clagen und bekenen got sin sünde alle tage.
Ich sündiger mensche,
Ich klage und bekene gotte alle mine sünde,
Da ich schuldig an bin vor gotz ŏgen.
Ich bekene und klage allü minü guten werk,
Du ich versumet han.
Ich bekene und klage die sünde die ich tet,
Do ich nit wiste wc sünde was.
Ich klage die sünde die ergor sint,
Die ich getan habe mit wissen
Und mit argheit und mit vnmüsekeit und mit itelkeit.
Erbarme dich herre, über mich,
Waii si sint mir warlich leit,
Und gib mir herre, dine ganze Sicherheit,
Dc du si mir alle habest vergeben,
Ich mag anders nit mit vröden leben.
Jesus, villieber büle min, La mich in warer rúwe Und in herzelicher liebe zu dir (in), Und lä mich niemer erkülen; Also de ich diner herzeklicher mine In minem herzen und miner sele Und in minen fünf sinen, Und in allen minen geliden Ane vnderlas enpfinde, So mag ich nit erkülen.
[254]
XXXIX. Wie die ttivel sich sclahent und jagent, bissent und nagent, wene ein minendu sele, die von gotlicher mine breitet, von diser weit scheidet.
Wol dem guten menschen, de er je wart geborn,
Der mit allen tilgenden volget gotte,
Die ime muglich ze vollbringende sint!
Sin sele virt in minen vri,
In sinem Jungesten ende, so koment die heligen engele
Und enpfahent die reinen seien
Mit vnzellicher liebin in himelischer wune
Vnd vürent si von hinan mit vröden,
Und mit grossem lobe bringent si si ze gotte.
Die viende von der helle, die dar warent komen,
Den wart alle irü arbeit benomen.
Mit hasse und mit grime warent si dar komen;
Alse si dene das gesehen,
Dc irs willen nit ist geschehen,
Wie si sich dene sclahent und jagent,
Wie si sich dene bissent und nagent,
Wie si sich dene hüwelent und grinen,
Wan si vörhtent die grüweliche pinen,
Die si von iren meisteren sönt enpfän,
Dc si die sele verloren han. —
So schelten si sich vndereinander:
Vnseliger, es wc din schult! —
„Swig geselle! Ich vant sie nie an grosser vngedult.
Als ich ir böse gedenke züschos,
So was je rúwe ir genos.
Das runen mit den bihtern, de benimet vns alle vnser ere;
Vnser gesellen war vil mere,
Den20 si türe was bevolhen.
Wie sonden wir nu ze hove komen?
O we meister, wc hast du vns gewissen,
Dc du vns disen menschen hast bevolhen!
Wir konden keine grosse sünde an ir bekenen.
Ich bekorte si dike sere,
So gieng es an ein weinen,
(Ich) und ander mine gesellen,
Wir konden si nie gevellen.
Mit weinen vertreip si mich,
Mit süfzende verbrante si mir
Min har und mine clawen,
[255] Ich mohte ir niergen genahen;
Ir gehorsami was also gros,
Ir wart nie eben genos.
Von der ist bekomen,
Si ist vns mit rehte benomen,
Dc ist vnser gröster schade.
Alle ir guten werk branten enbinen
Von gütlicher mine,
Wan si tet alle ir guten werk mit gutem willen.“
So spricht ir meister: „Ir sint mit schaden ze hove komen. Ich hatte si vch bevolhen,
Die pine wirt vch niemer benomen;
Die ich vch darumbe wil geben. Ir wellent bi den lüten nit wesen, als ich gerne were,
Ob mir die ere were gegeben;
Nu müssent ir mit mir hie in der helle leben,21
Dc sol vwer büsse wesen. Ich wil hoher meister vssenden,
Vf de si guter lüte bekentnisse verblenden. Konden wir iren grossen vlis
Den si haben ze gotte, zerstören,
So begiengen wir alle vnser ere,
So volgeten in die jungen,
S us würde alles vnser gescleht gemeret.
Mohte mir der seien eine werden,
Die von gotlicher mine so sere brenen! Damit wolte ich mich selber crönen,
Und w^lte mir selber Ionen miner langen arbeit,
So verclagete ich sanfte alles min herzeleit.“
Tu dich diner diemütigen gerunge abe,
Du gerost des, de dir nie geschach
Und dir niemer sol geschehen. Dir werde vbel oder we,
Alle die seligen, die in der cristanheit got im herze minent,
Die sint so sere durgossen
Und mit der mine durvlossen,
Dc si lühten mit heligen tilgenden
Und minenclichen bürnen in allen iren werken.
Du weist wol, es hilfet dich nit,
Dc du si so sere verkerest.
Si beitenit kume vntz de es körne,
Dc si got darine loben.
[256] Wie vil du inen mit listen nach gast,
Si sint je mit lobe bereit.
Das brumen und de grimen
Und de bissen und de nagen, de er do tet,
Dc ist vnsprechlich in sinen banden.
Herre got, wir danken dir! gib vns ein helig ende;
Dis ist der grösten vröden ein, die die selige sele hat,22
Dc si sihet und weis,
Dc sich die viande vnderenander sclahen
Und ir büsse in der helle haben. Die ir also manig leit han getan,
So ist si doch inen mit vröden entvarn
Und sol die ewige crone tragen,
Von der pine (so) si ir getan haben.
XL. Alsus sprichet du minende sele ze irme lieben herren.23
Were alle die weit min
Und were si luter guldin,
Und solte ich hie nach wünsche eweklich sin,
Die alleredelste, die allerschöneste,
Die allerricheste keyserin, —
Dc were mir jemer vninere,
Also vil gern
Sehe ich Jesum Gdstum mineri lieben herren
In siner himelschen ere.
Prövent wc si liden, die sin lange beiten.24
XLI. Wie ein predierbruder wart gesehen.
Ich bekante vor vierzig jaren einen geistlichen man; deüoch warent geistliche lüte einvaltig und miiienvürig. Er nam zu in geistlichem lebende und in vromekeit und leiste vnserm herren offenbar manige helige arbeit. Der ist nu hinangevaren; do bat ich vnsern herren viir sine seien cristanliche, eb einig schult an ime were, de got ime de vergebe. Do sach ich allererst eine clarheit, die wc ime von gotte bereit; do erivant ich in nit ine, do betrubete sich min sele. Darnach zu einem ändern male, do ich aber vtir in bat, do vant ich in in einer vürigen wölken, do bat er defie, man ime (welle) wc geben. Do sprach ich mit [257] aller mäht zu vnserm lieben herren: Eya lieber herre, göiie mir des, de ich müsse vbels mit gutem Ionen. Do rihte er vf in dem wölken und sprach: O herre, wie stark ist din kraft! Wie rehte ist din warheit. Do sprach ich: Wa nu, wie gehabestu dich nu? Do sprach er: ich gehabe mich als mir schinet. — „Wavon habestu dise pine?“ — Die seien, die valsch helig schinen, die besageten die vnschuldigen zu mir; des lies ich entgelten, und hatte sündigen wän vf si, davon habe ich diese pine. — »Eya hette ich noch ein süfzen, des mohte ime von mir nit beschehen, er hatte sich ŏch ein teil vergezen an mir.“
Zem drittenmale bat ich aber vtir in, do vür er wufienklich hin. Do begegente im vnser lieber herre und sprach ime zu: Das din weg alsus lange und alsus swere ist gewesen nach dinem tode, de ist dir von bösen lüten gegeben. Du hast mir heleklich gevolget und getrüweklich gedienet, du solt der juncfrŏwen cronen tragen, cronen der rehtekeit und cronen der warheit. — Do vür er lühtende hin vber aht köre und rurte den nünden; do sach ich sin nit mere. Hetten ime die valschen lügenere nit zugetragen, so were er ane pine zu der ewigen vröde gevarn. Dc er inen getrüwen wollte, de was sin schade.
XLII. Von dem, honigtrank.
Herre got, besclüs nu dinen türen schätz
Mit eime heligen ende,
Und sclüs den vf, de er dir ze lobe werde
In himel und in erde.
Do sprach ein stime: Du solt mir honges trank behalten,
Der liget in maniger valden;
Ich wil in vf scliessen;
Des sol noch maniger geniessen.
XLIII. Von der einvalttgen mine, wie die wise wart gesehen.
Die wellent bekenen und wenig mifien,
Die blibent je in eim beginen
Eis guten lebenes.
Des müssen wir je stete vorhte tragen,
Wie wir gotte da ine behagen.
Die einvaltekliche mine
Und deine bekenen,
Die werdent grosser dingen ine.
[258] Die helige einvaltekeit
Ist ein arzatine aller wisheit.
Si machet den wisen, de er sich binet vür einen tumben.
Dc die einvaltekeit des herzen
Wonet in der wisheit der sine,
Davon kunt manig helikeit an des menschen sele.
XL1V. Von fünf sunden und von fünf fügenden.
In armüte girikeit
Und lugenhaftig in der warheit,
Trege zu der barmherzekeit,
Honsam spot in der gegenwirtekeit,
.... in der ordenunge:
Dise fünf ding unvollekomen
Machent höptsiech geistlich leben.
Warheit ane valsch,
Offenbare mine vndereinander,
Vorchte in drien vorchten,
Verborgen lieb ze gotte in mime herzen offenbar,
Vlis zu allen guten dingen
Disü fünf ding haltent gesunt geistliche liebin.
XLV. Von siben dingen in der minenden gerunge.
Siben ding mtis ich gotte zii eren sprechen:
Herre got, ist es mügelich, so gib es mir,
Dc ich ir in ertriche nierner möge vergessen.
Fünfe vindet man in himelrich,
Zwöi müssent hie bliben.
Dc erste ist der schade miner schulde,
Wan ich gesundet han und versumekeit guter werken,
Die ich wol getan möhte han.
Dc ander ist, herre, de ich ane vnderlas warte din, wene du mir
Körnen wellest, welicher wis
Du gebütest mit eime heligen ende zu mir.
Das dritte din vnrüwig gerunge,
Die ich habe nach dir.
Dc vierde, minenbürnen vnverloschen jemer dur dich.
Dc fünfte der erste gegenblik
Dines heren antlüzes gegen mir.
Das konde mir in ertriche
Leider nach miner gerunge nie geschehen,
Pes singet min sele dike: o we!
Dc sehste getar ich kume neiüen (nenen)
Ich werde stum als ich es bekene.
Ich horte es in ertriche nie genenien.
[259] Dc ist die spilende mine vlut,
Die von gotte heimlich in die sele vlüsset
Und si wider mit ir craft nach ir mäht.
Was zwischent in beiden dene wune si,
Das weis nieman von dem ändern,
Wc de si wirken vndereinander,
Wan ein jeglicher vindet sinen teil.
Was er hie hat vsgelühen,
Dc wirt ime dort alles wider gegeben.
Dis ist die himelsche gotzmine,
Die er hie vil cleinlich beginet
Und dort nierner ende gewinet.
Das sibende mag man kume mit worden rüren,
Mit cristangeloben mag man es enpfinden,
Wie gros, wie hoch, wie wit, wuneklich,
Wie erlich, wie vrödenrich, wie rieh.
Wol im, der eweclich bi im wonen sol!
Die vröliche angesihte vol aller wollust
Und die helige gebruchunge nach wünsche,
Die sint vil manigvalt ane zal
Und ane gesehen jemer me erlich gezogen,
Wand si swebent vs von dem lebendigen gotfe.
Die vbersüsse gerunge, wunenklich hungerig, minenvol,
Die vliessent jemer me in die seien
Vberswenkig von gotte,
Noch dene behaltet die sele iren süssen hunger
Und lebet ane kumber.
XLVI. Wie sich die sele meldet in geistlichem armute.
Hie meldet sich die sele in geistlichem armute und in ewiger liebi ze gotte und unrüwiger gerunge ze gotte hin ze varende. Si sprichet alsust: Der lange beitunge der gät abe, die zůkunftikeit die machet de got und die sele vereinet söllent werden vngescheiden jemer me. Sweiie ich daran gedenke, so vrŏwet sich min herze sere—.
Eya lieber herre, wie stille du nu swigest.
Des danken ich dir jemer me, de du mich so lange vermidest,
Sust mustest du jemer eweklich gelobet sin,
Dc din wille geschihet und nit der min.
Nu wil ich mich hüten25 in dinen Worten,
Die ich in cristangeloben gehört han,
Da du sprichest: Die mich liep hant, die han ich liep,
[260] Zu den wollen wir komen min vatter und ich
Und wellent ein wonung mit im machen.
Wol mir lieber herre, diner muten guti!
Des mahtu nit versagen.
Do sprach vnser herre:
Wene kunt die zit miner behaltunge,
Das ich dir die himelschen gaben wolle geben,
So bin ich vil snel,
Da min ewekeit lit ine behalten.
Ich wil si noch entvalten,
Und ich wil si hohen us von der blutigen erden,
Wan mir mag nit liebers me werden.
Die ewig ^liebi ze gotte wonot in der sele,
Die vergenglich liebi ze irdenischen dingen, die wonot in dem vleische.
Hie sint fünf sine gewaltig vber, zu welem si sich keren.
XLVII. Von einer sünde die böse ist über alle sünde.
Ein sünde hab ich gehöret nemen. Ich danken des gotte, de ich ir nit erkeiie, si dunket mich und ist ob allen Sünden böse, wan si ist der hohste vngelöbe. Ich bin ir von aller miner sele und von allem minem libe, und von allen minen fünf siiien, und von allem minem herzen gram. Ich danken des Jesu cristo, dem lebendigen gotzsune, de si nie in min herze kam. Dise sünde ist nit von cristanen lüten vfkomen; der diemutige (sie) vient hat die einvaltigen lüte mit betrogen. Si wellent also helig sin, de si sich in die ewigen gotheit wellent ziehen und legen bi der ewigen heligen menscheit vnsers herren Jesu cristi. Wene sich die vindent in bobenheit so gebent si sich in den ewigen vlüch. Si wellent doch die heiligosten sin. Si habent iren spot vf gotz wort, die von der menscheit vnsers herren sint gescriben.
Du allerarmester mensche, bekantestu werlich die ewigen gotheit, so were de vnmügelich, du bekantest ŏch die ewigen menscheit, die da s webet in der ewigen gotheit, du mustest ŏch bekenen den heligen geist, der da erlühtet des cristanmenschen herze und smeket in siner sele über alle süssekeit und leret des menschen sine über alle meisterschaft, de er diemutekliche da sprach, des (er) vor gotte vollekornen mag.26
[261]
XLVIII. Wie die mine wart gesehen mit iren jungfrŏwen.
In der naht sprach ich alsus ze vnserm herren: Herre, ich wone in eime lande de heisset eilende, de ist disü weit, wand alles de da ine ist, de enmag mich getrösten noch gevröwen ane pine. Daine han ich ein hus, de heisset pinenvol, de ist das hüs, da min sele ine gevangen lit, min lichame. Dis hus ist alt, dein und vinster. Dis sol man geistlich vernemen. In disem hus han ich ein bette, de heisset vnrüwe, wan mir ist mit allen dingen we, die gotte nit zu hörent. Vor dem habe ich einen stül, der heisset vngemach. Dc vngemach git mir vrömde sünde ze bekenende, der ich nie wart schuldig. Vor dem stüle han ich einen tisch, der heisset vnwille, de ich geistliches lebendes vnder geistlichen lüten sol deine vinden. Vf dem tische lit ein tischlachen, de ist reine, de heisset armüte, de hat in ime vil manige helige gute. Wolte man es rehte gebruchen, so hette man es von herzen liep. Die liebin richtümes ist ein diep des armütes. Vf den tische kunt mir ein spise, de heisset bitterkeit der Sünden, darzü sol de heissen gütwillig arbeit. Das drank heisset kume loben, wan ich leider alzekleine guter werke an mir han.
Dis sach ich vinster enbifien, do offenbarte sich mir die geware gotzmine. Die wc glich einer edelen keyserin jungfrŏwen. Si was adellich gebildet an irme übe, wis unde rot in blüiender jugent. Si hatte mit ir vil manige tugent, die warent alle jungfrŏwen glich; damit diente si mir ob ich selber wolte. Joch wolten si sich mir alle gerne ze dienste geben. Si wc gecronet inere defie mit dem lühtenden golde. Ir gewant wc gelich grünem zendale.
Do ich si rehte angesach, do wart rnin vinster hus erlühtet, de ich alles de bekante, de da ine was, und de je da ine geschach. Do ich si gesach, do bekante ich si wol, wan ich si ŏch gesehen hette, do si min liebe conpanine wc. Des wil ich nu swigen, wan die sint ŏch in dem buche geschriben. — Do sprach ich: Eya allerliebestü jungfrowe, nu bistu inere dene tusendvalt vber mich; noch den so dienest du mir mit also grossen [262] eren, als ob ich mer den ein keyserin were. Do sprach si: Do ich dich in dem luteren willen vant, de du dich von allen vergenglichen dingen wollest begeben, do enwolte ich nit alleine din vrŏwe wesen, ich müste ŏch din stetü juncfrŏwe sin, also sere lustet mich eins lutern herzen, de sich dur die waren gotzmifie hat gelöset von allen irdenschen dingen. (Das meinet si: Wie vil man irdenscher dingen hat, de es doch den menschen nit ze herzen clebet.)
Liebü jungfrŏwe, sit du mir so lange hast gedienet, de ist der snöden vrŏwen reht, de si der edeln jungfrŏwen erlichen Ionen. Ich habe dir ze lone gegeben alles de ich hatte und de mir in ertrich mohte geschehen sin. Do sprach si:
Ich han es alles vfgelesen,
Ich wil es dir mit grossen eren wider geben.
Ich enweis vrowe, wc ich dir me sol geben;
Den wiltu mine sele, die wil ich dir alzegerne geben.
Do sprach si: des han ich lange an dir begert,
Nu hastu mich des Jungesten gewert.
Sprich ŏch minen jungfrŏwen zu,
Dc si dir vlisseklichen dienen
So mag ich bliben bi dir in warer gotzliebin,
Die ich selber bin.
So spricht du sele der ersten jungfrŏwen zu der rüwe: Vrŏw wäre rüwe, kornent har zu mir Und bringent mir helige trehene, Die machen mich sünde ane. Frö diemütekeit, sitzent hie bi mir, Und tribent homüt und ital ere von mir. Wene si vch bi mir sehent, so müssen si vor mir yliehen. Liebin Frö senftmütekeit, Sitzent hie bi mir under min cleit, So blibet mir die minesamekeit bereit. Eya edeler gehorsam, ich gibe mich dir In allen minen werken vndertan, Du solt niemer von mir gan, So mag ich behalten in allen minen werken Du gotlich warheit ane lugine, Die gotz vründen wol stat.
Liebü vröw erbarmherzekeit, Sint bi mir, so ich den siechen dienen vlissig, Dc ich die koste wol möge liden, Dc ich den diene mit gute und mit übe.
[263] Eya liebü vrowe küschekeit, Ich bevil vch min magetlich kleit, Dc es jemer luter und reine si, Wand min lieber brütgöm Jesus Christ, Der ist ze allen ziten bi mir.
Vrŏ gedult, ich habe grosse kraft In swigende und in lidende, Ir benement aller miner anevehtunge ir mäht, Dc si mir nit mögen schaden. Ich wil vch mit arbeiten bi mir halten.
Vrŏ helikeit, koment har zu mir, Und küssent miner sele munt, Und wonent in mines herzen grünt, So blibe ich jemer raere gesunt.
Frö hoffunge, ich bitte vch, Das ir zesamen bindent alle min herzenwunden, Die mir die mine hat geselligen, Dc ich je behalte den gotz segen, Was mir vngemaches werde gegeben.
Eya erlicher, heliger cristaner gelobe, Du erlühtest je rainer sele öge, Dc ich wol weis war ich gekert bin An cristanlichen dingen; Ich bevilhe dir minü werk und mine sine.
Eya liebe vrŏwe verhüte, sitzent nit, Staut ze allen ziten mir bi.27 So belibe ich von vbel vri.
Vrŏwe messekeit, wesent ze allen ziten mir bi, So mag ich gotte zu allen ziten Zu sime dienste bereit sin.
Vrŏwe genůglicheit, ir sint min liebü kamererine, Ich můs vch sere minen. Ir machent min herte bette senft, Mine groben spise smakhaft, Ir gebet mir macht in dem armüte, Dis kunt von gotz güti.
Vride und stillekeit mag ich nit ehberen, Ir müssent mit mir wandelen in allen minen wegen. Di vil sprechent und vil runent Und die behaltent ire ere kume; Die vil rürne redent Dc mag in niemer alles nütze wesen.
Die wisheit ist ze allen ziten bi der mine. Und ist aller jungfrŏwen meisterine.
[264] Si behaltent swas die mine git, Si machet den menschen nütze wc er leret oder liset. Die kusche schemede hat sunderliche tugent an ir, Si ist gerne vngelobet in aller hiten gegenwirtekeit.
Nu bin ich mit jungfrŏwen wol besessen; Noch sint zwöi der wil ich nit vergessen, Vorhte unde stetekeit — Du zwöi söllent jemer bi mir wesen, So mögent alle mine jungfrŏwen Irs ambahtes wol enpflegen.
Ich danke dir, liebü gotzmine, Vrŏwe keyserine;
Dc hast du alles ze helfe mir gegeben In mime ellendigen himelwege.
XL2X. Von eim leienbrůder.
In der predierorden wart ein brůder ersclagen von dem tunre; do wart vtir sine sele gebetten mit getrüwer gerunge, eb iht an ime were vngewandelt, de ime de werde vergeben. Do wart sin sele demselben menschen bewiset, der vür in bat, do was er schone in himelscher wune und hatte kein pine. Das was davon, als sin sele sprach: Ich was diemutig in minen werken, ich was vorhtig an minen siiien, ich was gütwillig in allen minen werken, darumbe hab ich keine pine. Die sele: Warumbe vöre du nit zehant zu dem himelriche: Do sprach er: Ich můs allererst hie enphahen gotliche bekantnisse und himelsch mine, der hette ich in ertriche nit. „Wavon ist de, de du den deinen vleken hast an clinem antlize?“ — Do sprach er: Ich wiste min antlize ernst den, die minen willen nit taten, das bleip vngewandelt an mir. — „Wamit mag man dir den vleken benemen?“ — Do sprach er: Hette ich einen süfzen! — Do mohte ime davon nit geschehen von dem menschen, wan diewile wart im gegeben. Do vrŏwete er sich und sprach: Nu ist es enweg. — „Wavon tragest du dise cronen? Nu bistu noch zu dem himelrich nit komen.“ — Do sprach er: Ich hatte einen sunderlichen tot, davon hat got mir si gegeben.
L. Von der pinlichin qottes.
Eya lieber herre Jesu Criste, der da ist ein ewig got mit dem ewigen vatter, gedenke min. Ich danke herre, dir diner [265] sünlichen gaben, da du mich mitte rftrest ane vnderlas, die „alles min gebein und alle min ädern und alles min vleisch dursnidet. Swefie ich dir des herre, mit heliger dankberkeit danken mag, so bin ich sicher und anders nit. Du mäht wol dinen snöden snödenlich halten, wan, herre, din meinunge ist gut und besser deiie gut; wand manig ding heisset gut, de also gut nit enist als de dine, de du mir tust. Wan du aber mich rürest mit diner überheren süssekeit, die mine sele und minen lieh amen al durgat, so vörhte ich mich, de ich diner götlichen wollust alzevil in mich mag geziehen, wan ich ir in ertriche vnwirdig bin. Darumbe bitte ich dich vnderwilen vür ander lüte ine dene vür mich, de ich miner wollust verzihe dur gotz liebi und dur cristanliche trüwe.
Hienach vörhte ich die vfstigunge des homütes, die den werdesten engel vs dem himelriche warf. Ich vörhte ŏch den sclangen der italen eren die Evam betrog. Ich vörhte die vntrüwe die Judam von gotte sclüg. Bin ich gotte getrüw so hestan ich mit allen tagenden, mit aller gute in aller hüte, bi gotte mit vnser lieben vrŏwen siner megtlichen müter.
LI. Ein gebet vor versumekeit.
Ich allerminste, ich allersnödeste, ich allervnwirdigoste vnder allen menschen küiie, ich gere, ich bitte dich himelscher vatter, herre Jesu Christe, herre heliger geist, herre heligü drivaltekeit, de du mir hütte wellest vergeben alle die versumekeit, da ich mich mit versurnet han an dinem heligen dienste nit alleine durch nutz und dur notdurft, mere dur mine sündige bosheit, die ich wol gelassen hette eb ich wolte. Nu enpfahe herre, dise deine besserunge, die ich dir nu leiste mit minem willen und diner lieben müter ze eren und allen den heligen, die man hütte begät in der heligen cristanheit, und allen gottesheligen ze lobe und ze eren in selekeit, da si, lieber herre, mitte zu dir komen sint.
Nu hilf mir, lieber herre, sogetaner wandelunge an minem lebende, de ich diner heligen geselle müsse werden in ertriche alse in heligem lebende, de ich in dinera riche ir gesellschaft [266] möge besitzen vor dinem heren antlütze und alle die mit mir, die mines gebettes begerent.
LII. Wie sich die minende sele neiget und er die liant gottes.
Ich sprich minen fünf sinen zu: Neigent vch vnder die almehtigen hant gottes, wan die viende von der helle müssen sich neigen und bogen, wie homütig si sint, in iren vürigen banden vnder dem herten getwange des almehtigen gottes.
Die in dem vegfür sint,
Die müssent sich neigen in irre schult vnder die büsse,
Untz in die Jungesten stunden,
Dc si luter werden vunden.
Die sündere vf dem ertrich, die müssen sich neigen vnder die burdin irre schult in dem vrteile mit der rúwe in die büsse oder in die ewigen helle.
Die guten lüte vf deme ertriche die müssent sich neigen mit der... !) in die büsse alle ir tage.
Die vserwelten reinen die vnsern herrengot mit allen trüwen meinent, die sint sere betwungen, und si lident manigen heligen kumber. Si neigent und bögent sich vnder alle pine und vnder alle creaturen mit swebender mine. In ist homüt vil türe. Hie an sol ich gedenken, und ich wil und můs vsser demselben napfe trinken, da min vater vs getrunken hat, sol ich sin rieh besitzen.
Das himelrich neiget sich mit allen heligen engelen mit wuneklicher helikeit, wan de si sint und lebent, de hat in got vergebens gegeben.
Die heligen neigent sich und bögent sich vor gotte
In vliessender mine und wunenklicher gerunge
Mit vlizeklicher annernekeit
So danken si gotte,
Dc inen sine gaben in iren nöten
In ertriche wc so mineklichen bereit;
Damit vertrügen si alles ir herzeleit.
Also müsse mir geschehen,
Wan ich ŏch dur sine liebin
In manger pine bin.
Das Wort fehlt in der Handschrift.
[267]
LIII. Von dem gevengnisse geistlicher luten.
Mich erbarmet in minem herze der kumber diser samenunge da ich bin. Do sprach ich in der naht in der einöte mines herzen vnserm herren alsus: Herre, wie behaget dir dis gevengnisse? Do sprach vnser herre: Ich bin gevangen in im. — In diseme worte wart mir gegeben der sin aller dirre Worten alsus:
Ich vastete mit in in der wöstunge.
Ich wart bekort von dem viende mit in.
Ich arbeite alle mine tage gezogenliche in nützer vruht mit in.
Ich wart verraten mit hasse mit in.
Ich wart verköffet ime glöben mit in, alse si sich offenten mir in gotzdienste.
Ich wart gesüchet in der vare mit in.
Ich wart angegriffen mit in in ganzem grime.
Ich wart gevangen mit giriger abgunst mit in.
Ich wart gebunden in der gehorsami mit in.
Ich wart verspottet in grosser vngunst mit in.
Ich wart georschlaget mit grosser vnschult mit in.
Swas si nöte hörerit, de sol si nit betrüben.
Ich wart für gerillte gezogen mit in als ein schuldig diep.
Des sönt si gedenken im capittele und in der biht.
Ich wart gegeiselet mit in; alse si sich geiselent, so sönt si min gedenken.
Ich trüg min crüze mit in.
Wene si beswerent sint, dabi söllent si gedenken min.
Ich wart mit in an de crüz gesclagen,
Dur de si gerne liden und nöte cumber chigon.
Ich bevalch minen geist an minem tode minem vater mit in;
Also söllent si sich mir bevelhen in allen iren nöten.
Ich starp mit in in einem heligen ende,
Also sol los werden alle ire gebende.
Ich wart begraben mit in in einem irdenischen steine;
Also söllent si wesen und beliben, von allen irdenischen dingen reine.
Ich stünt vf von dem tode, also sönt si jemer von iren brüchen vfstän,
So mögent si die himelschen clarheit in ire sele enpfän.
Ich vor ze himele mit miner gotlichen craft,
Dar söllent si mir volgen in aller dirre vorhte mäht.
Ich hoffe des werlich, de ir de ane vnderlas leistent und bekenent. An wem es noch nit ensi, das müsse noch der wäre got an ime vollebringen!
LIV. Von vier dingen des geloben.
Das man cristanliche gelobet an got, und de man got he—lekliche miiiet und de man Jesum Cristum werliche bekeiiet, de [268] man siner lere getrüwelichen volget imtz in des menschen ende, des gelob ich, das man in disen vier dingen de ewige leben vinde. Wir geloben cristanliche, niht alse Juden, noch als vngelobige cristanlüte. Si wellent geloben gotte und nit an sin allerheligosten werk die er worehte, das ist, de er vns sin eingebornen sun gegeben hat; den versmahent si. Herre got de clagen wir dir. Wir geloben ime vntz an den willen gotz, da er vns sin eingebornen sun gesant hat in dise weit. Wir geloben an die werk und an den tot vnsers herren Jesu Cristi, da er vns mitte gelöset hat. Wir geloben an den heligen geist, der alle vnser selekeit vollebraht hat in dem vatter und in dem sun und noch vollebringet in allen vnsern guten werken.
Wie sollen wir got helekliche minen? Wir sollen alles de mifien de die helige drivaltekeit heisset. Got hat die sünde nit geschaffen, darumbe hasset er si an vns. Got miiiet die gute an vns, die er selber ist.
Wie sollen wir Jesum Cristum bekefien? Bi sinen werken sollen wir in bekefien und sollen in vber vns minen. Wie sollen wir siner lere volgen? Als er vns geleret hat und sine volgere vns noch lerent. Diewile de wir hie sint, so wirt vnser selekeit gemeret.
LV. Also schribet ein frúnt sineme frúnde.
Wand du got mifiest vber dine menschlichen mäht, wand du got liep hast mit aller diner sele craft, wan du got bekefiest mit aller diner sele wisheit, wan du gotzgabe enpfangen hast mit maniger heliger dankberkeit, — darumbe sende ich dir disen brief.
Der grosse vbervlus götlicher miiie, die niemer stille stat und vlüsset jemer nie ane vnderlas, ane allerhande arbeit, mit also süssein vlusse jemer vnverdrossen, de vnser dein vesselin vol und vbervlüssig wirt, — wellen wir es nit verstopfen mit eigenem willen, so vlüsset vnser vesselin jemer über von gotz gäbe.
Herre, du bist vol und machest vns ŏch vol mit diner gäbe. Du bist gros und wir sint dein, wie sollen wir dir glich werden? [269] Herre, du hast vns gegeben und wir sollen ŏch vtirbas geben. Alleine wir ein deines vesselin sin, so hastu es doch gefüllet. Man mag ein clein vol vas so dike giessen in ein grosses vas, de das grose vas vol wirt von dem deinen vasse. Das grosse (ist) die gnügunge gotz, die er von vnsern werken enpfät; wir sin leider also deine, de vns ein vörhtelin von gotte oder von der heligen schrift also vol machet, de wir nit me mögen zu der stunde. So giessen wir die gäbe aber wider us in de grosse vas de got ist. Wie sollen wir das tun? Wir sollen es mit heliger gerunge giessen uf die sündere, de si gereiniget werden, so wirt es aber vol. So giessen wir es aber vf die vnvollekomenheit geistlicher lüte, de si vürbas criegen und vollekomen werden und bliben. So wirt es aber vol, so giessen wir es aber vs uf die not der armen seien, die in dem vegefür qwelent, de in got dur sine gute ir manigvaltige not beneme. So giessen wir (es) mit heliger barmherzekeit (vf) die not der heligen eristanheit die in manigen Sünden stet. Vnser herre got hat vns allererst geminet, er hat ŏch allererst für vns gearbeitet, er hat ŏch dur uns allermeist gelitten. Dc selbe sollen wir im widergeben, wellen wir im glich wesen.
Also sprach vnser herre zu einem menschen: Gib mir alles de din ist, so gib ich dir alles de min ist. Das widergelt der mine de wir got leisten, de ist vil süsse. Dc widergelt der arbeit de ist vns leider vil dike swere, wan de die mine hat inwendig verzert, des můs leider der mensche vnderwilen vswendig enbern. Wie swere de si, vraget man mich? Dc mohte ich doch mit menschlichen siiien niemer vürbringen. Vnser herre hat vil vür vns gelitten bis in den tot. Nu dunket vns leider ein deines liden also gros, des můs ich mich selber versmahen und gotte clagen, de ich also deine tugende han. Die mine machet liden susse, me deiie man gesprechen möge, und wellen wir got werden glich, so müssen wir sigen über manigen strit. Dc gehügenisse gotz und der miiienden sele kumet zesamene glicherwis als du suiie und der luft mit der edelen gotzkraft sich zesamene mengent in einem süssen gedrenge, de die suiie dem luft sin keltnisse und vinsternisse vberwindet.
[270] Dc man nit mag gemerken es sie alles ein sune;
Dc kumet von der gütlichen wune.
Got gebe vns und behalte vns allen dise mine! Amen.
LVI. Wie got rüret sine frunde mit der pine.
Swene der mensch eine trübekeit hat,
Da er nit nach enstat
Und deine schulde an im hat;
Alsus spricht vnser herre darzfi:
Ich Iiabe si gerüret. Glosa.
Ze glicher wis als mich min vatter ruören lies vf ertriche,
Also, die ich zu mir zühe vf ertriche,
Dene tut der zug vil we.
Si söllent de vtirwar wissen,
So ich si swerer zu mir zühe
Je nahor si mir koment.
Wene der mensche vber sich selber gesiget,
Also de er pine und trost glich wiget,
So wil ich in in dje süssekeit heben,
Also sol ime smeken das ewige leben.
LVII. Ein wenig von dem paradyso.
Dis wart gewiset und ich sach wie das paradys geschaffen was. Siner breiti und siner lengi, der vant ich kein ende. Do ich erste zukam, de wc zwischent dirre weite und des paradyses begiiie, do sach ich bome, löp und clelich gras und nit vncrutes. Etteliche böme trügen oppfel und du meiste menigi nit wan löp mit edelme gesmake. Snellü wasser vliessent da durch und sudenwind zu norden. Do begegente in den wasseren irdenschü süssekeit getempert mit himelscher wune. Do wc der luft susser dene ich gesprechen mag. Da ine was tier noch vögele, wan got hatte es alleine dem menschen bevolhen, de er mit gemache da inen wonen solte.
Do sach ich zwene man ine, de wc Enoch und Helyas. Enoch der sas und helyas der lag an der erden in grosser iiiekeit. Do sprach ich Enoch zu. Ich vragete in, was si lebten na menschlicher nature? Do sprach er: Wir essen ein wenig von den öppfelen und trinken ein wenig des wassers, de der lichame sine leblicheit behalte, und de grösseste ist die gotzkraft. Ich vragete in: Wie kerne du har? — Ich kam har, de ich nit [271] wiste wie ich har kam und wie mir was e ich har sas. Ich vragete vmbe sin gebette. — Geloben und hoffunge, darus betten wir. — Ich vragete, wie im were, eb in it verdrusse da zu sinde. Do, sprach er: mir ist alles wol und uiergen we. — Vörhtestu iht vor dem strite, der da in der weite noch sol geschehen? — Got sol mich waffenen mit siner craft, de ich dem Stiche (stehen?) wol vermag. — Bittest du iht vür du cristanheit? — Ich bitte das si got von Sünden löse und bringe in sin riche. Elyas rihte sich vf; do wc sin antliz schöne vürig, hinielvar, als wissü wolle wc sin har. Si waren gekleidet als arme mane, die mit dem stabe vmb ir brot gant. Do vragete ich helyam, wie er bettete vür die cristanheit. — Ich bitt barmherzig, diemütig und getrüwe unde gehorsam. — Bittest vt vür die seien? — Ja, als ich gere, so wirt ir pine gemindrot.28 Als ich bitte, so gat ŏch die pine abe. — Werdent si it gelöset? — Ja, ville. — Warumbe hat vch got harbraht? — Das wir helfer sin der cristanheit und gotz vor dem iungesten tage.
Ich sach zwivalt paradys. Von dem irdenschen teil han ich gesprochen; das himelsche ist da oben, de hat de irdensche teil beteket vor allem vngewitter. In dem höhsten teil da sint ine die seien, die des vegevüres nit würdig waren und doch noch nit in gotz rieh waren komen.
Si swebent in der wune
Als der luft in der sufie.
Herschaft und ere, Ion und cronen
Habent si noch nit, eb si in gotzrich komen.
Swene alles ertrich zergat Und de irdensche paradys nit gestat, Als got sin gerillte hat getan, So sol de himelsche paradys ŏch zergan. Es sol alles in dem gemeinen huse wonen Dc (was) zu gotte wil komen. So ensol kein siechhus me wesen; Wer in gotz rieh körnet, Der ist vor aller süchete vrJ. Gelobet müsse Jesus Cristus wesen, Der vns sin riche hat gegeben!
[272]
LVIII. Von Sante Gabriel.
Hei ig engel gabriel, gedenk min!
Miner gerunge botschaft beviihe ich dir.
Sage minem lieben herre Jesu cristo,
Wie minesiech ich sie nach ime.
Sol ich jernenne genesen,
So můs er selber min arzat wesen.
Du mäht ime in trüwen sagen,
Die wunden die er mir selber gesclagen,
Die mag ich nit langer vngesalbet tragen
Und ungebunden.
Er hat mich gewunden
Untz in den tot;
Lat er mich nu ungesalbet ligen,
So mag ich nierner genesen.
Weren alle berge ein wuntsalbe
Und alle wasser ein arzatin trank
Und alle böine mit blümen ein heilsam wundenbant,
Damitte möhte ich niemer genesen.
Er můs sich selber in miner sele wunden legen.
Heiig engel gabriel, gedenk min!
Dise mine—botschaft beviihe ich dir.
Swer got liep haben welle,
Diser minebrief erweket sine sine,
Ob er got volgen welle.
LIX. Wie die botschaft für got kam.
Ich habe die warheit in mime geiste wol vernomen,
Min botschaft ist zu gotte komen.
Die antwort die mir da wider sol komen,
Die ist so gros,
So creftig, so grundelos,
So manigvaltig, so wunerich und so vberclar,
Dc ich si nit mag enpfän,
Diewile ich irdensche wesen sol,
Ich entscheide aller ein deine wile
Von diseme armen leben.
Also de ich da niemer blibe.
Nu můs ich beswinde der rede geswigen;
Ich enmohte nit me davon enpfän,
Dc man offenlich davon sprechen sol
Mer ich sach sant Gabrielen in wunenklicher ere
In der himelschen höhin vor gotte stän,
Als ich arme es mohte enpfän.
[273] Im waren angetan
Nüwi minevürige cleider, die wurden ime ze lone,
Dc er wäre botschaft so erlich werben kan.
Sin antliz sach ich minevürig spilende clar.
Er was mit der gotheit vmbevangen und durgangen.
Sine wort mohte ich noch verstän noch gehören,
Wan ich bin noch glich einem irdenschen toren.
LX. Wie das kint gesehen wart.
In der naht, als gotz sun geboren wart, do wart das kint gesehen in armen tfichern bewunden und mit snftren gebunden. Dc kint lag alleine vf dem herten ströwe vor zwein tieren. Do sprach ich der mtiter zu: Eya liebti frŏwe, wie lange sol din liebes kint alsust eine ligen? Wene wiltu es nemen vf din schose? Do sprach vnser vrowe, si enlies doch de kint niergen vs iren ŏgen; si reichte im ir hende29 und sprach: Es sol dise siben stunden under naht und vnder tage vf diseme ströwe ligen. Sin himelscher vatter wil es also. Dem himelschen vatter wc sunder wol damitte, de bekante ich do. Ich bat de kint vür die, die sich mir bevolhen hatten. Do sprach ein stime vs dem kinde, es regte doch sinen munt niergen: Wellent si mich halten in irme gehiigenisse, so wil ich sie halten in minen hulden. Ich han in nit ze gebende dene minen lip und de ewige leben. In presepio de kint lag vf dem ströw herten, sin himelscher vatter wolte also.
LXI. Wie man sich bereiten sol zu gotte.
Dc der vogel lange bi der erden ist, da mitte verböset er sine vlügel und sine vedern werdent swere. So hebet er sich vf in eine höhin und weget sine vederen und ztihet sich vf in eine höhin also lange, untz er den luft ergriffet, so kumet er in dem vluge. Je lenger er vlüget, je er wuuenklicher s webet, kume als vil de er de ertrich berüret de er sich labe. Also hat ime der mine vlügel die irdensche wollust benomen, glicher wis sollen wir vns bereiten, alse wir zu sollen komen. Wir sollen die vederen vnser gerunge jemer vfwegen zu gotte. Wir sollen [274] vnsere lügenden und unsrti guten werk hohen mit der mine, wellen wir hie nit abe lassen, so werden wir gottes ine.
(Vacat.)
Eya begerende mine,
Du rüffest manige süsse stime
In de ore dines lieben herren;
Din rúwe die ist deine.
Nu frŏwe dich und swige nit,
Er wil sieh noch mit vröden zu dir keren.
Eya sinkende mine,
Du lidest manige susse not,
Din eilende de ist gros.
Wie soltu Jesum gewinen? Er löffet dir alzelange vor. Du hast in doch viir die sünde erkorn Und hast dich selber in im verlorn, Des miist du manige pine liden; Ich wil mich in ime erholen.
Eya volle30 mine,
Du spengest sere min herze und mine sine,
Dc ich balde wil von hinan, Ich enkan dich doch nach wünsche nit gewinen,
So můs ich doch nach jamer minen.
Eya creftige mine, du bist in grosser hüte,
Du meinest alle ding mit gute,
Du tragest sere über alle not,
Din hoffunge und din gelobe ist gros,
Du solt vberwinden alle din not.
Eya wisü mine, du hast helige ordenunge,
Wie du got darine lobest und bekenest
Und sinen willen in allen dingen voilebringest.
Tüstu dis mit trüwen,
So mahtu in gotte rüwen,
Haran wil ich mich vrŏwen.
LXII. Wie die jungfrowen dienent îr frŏwen der kúnegin.
Alse die rede wart geoffenbaret einem menschen in sinem geiste alsust: Ich sach einen weg, der gieng von osten da die sune vfgat, untz in westen da si vndergat. In dem wegen wandelten alle die^ von gutem willen sint ze gotte. Si wandelten alle bi tale und ileten doch vngeliche. Si wandelten [275] alse bilgerine, die gelassen betten de si liep betten und wolten suchen de allerbeste, de got ist. Semliche kerten wider mit der wollust, die si gelassen hatten und die vollegiengen nit. Semliche rüweten in dem grase der manigvaltigen wollust und in dem blümen der italkeit, die bliben vil lange in dem wege. Den wirt danach vil swere beseme des bitteren vegevtires gegeben, eb si doch ane höbetsünde lebent.
Hiezü antwurt vnser herre alsus: Semliche lüte, die wandeint mit gutem willen an heligen werken, und hant doch an fn selben also swere sitten und machen sich mit ire swindekeit also vnbekeme, de man si kume mag erliden, in den lüten ist min vrteile behalten. Si solten sere min barmherzekeit suchen mit diemütigen worten, so behielten si ire guten werk vnverlorn und die bitterkeit irs herzen würde ze nihte, also möhten si zu in selber komen. Der mine barmherzikeit suchet, der mag vinsternisse nit erliden.
Einer gieng alleine in dem wege. Das wc davon, de ime irdenschü wollust an siner sele nit einen trost mohte geben. Do sach er zwöi menschen vor im gan. Der eine gieng zer lingen hant der ander ze der rehten hant des weges. Do vragete der mensche, wer si weren und wes si pflegen. Do sprach der zer lingen hant:
Ich bin gotz gerehtekeit,
Gotz gerihte de wart mir gegeben, de ist min,
Do Adam in dem paradyso sünde tet.
Min gerihte hat gewesen lange und gros;
Nu ist gekomen dise jungfrowe, die bi mir gat,
Die ist worden min genos,
Die heisset barmherzekeit.
Alle die si süchent und steteklich anruffent.
Die vberwindent alles ir herzeleit.
Si ist sere vollekomen,
Si hat mir mine rehtekeit benomen.
Swas kumbers an dem menschen geschihet,
Und der deiie mit rúwe zu mir vlühet,
So leit si ire senfte hant vf de crumbe,
So stän ich als ein tumbe
Und mag dawider nit getün.
Dis machet alles der geware gottes sun,
Der hat mir mit siner barmherzekeit
[276] Benomen mine grösten gerehtekeit.
Si tröstet den betrübeten, si heilet den wunden,
Si vrŏwet alle die zu ir komen,
Si hat mir grossen gewalt benomen.
Si hat mich liep und ich sie;
Wir sollen jemer bisamen sin
Untz an den Jungesten tag, so ist de gerihte min.
Gottes gerihte und gottes gerehtekeit
Dc ist nit alles ein.
Das gerihte erteilet die schulde,
Die ime ane rúwe vorgevallet,
Die gerehtekeit ist ein helig leben,31
Die hat got allen sinen lieben vründen gegeben;
Der wolte er selber an sinem lebende pflegen,
Wan er in allem sinem tünde gereht wc;
Also weis er de wir pflegen,
So mögen wir luter mit im wesen.
Dirre gottes barmherzekeit und sines sunes helige gerehtekeit, die er selber hielt in ertriche an sinem lebende und ir beider heliger geistes gäbe, dem volgete in dem wege ein erlichü schar. Die waren alle jungfrowen glich. Do ich si sach, do bekante ich alle wol, doch so wolte ich si vragen vf de, de ich antwurt von in haben wolte. Ich vragete wer si werin und wc ambahtes si pflegen. Do sprachen si:
Wir sin jungfrowen edel und wolgezogen
Und dienen gotte ze sinem lobe
An siner allerliebsten künigine,
Die got hat erkorn ob allen dingen, —
Dc ist des menschen sele und lip.
Wir dienen vnser vrŏwen der künigine,
Dc si mit allem vlise und mit allen irem sine
An allen dingen irs herren willen vollebringe
In cristanlicher ordenunge,
So wirt si niemer schuldig vunden.
„Vrŏ wisheit, wc künent ir dienen
Mit vwer swester der bescheidenheit?“ — Wir leren mine vrŏwen die künegin,
Dc si jemer küne scheiden de böse von dem guten
Mit götlicher wisheit In heliger bescheidenheit,
Dc si denken wie es nu si
[277] Und wie es noch möge komen.
Des gewinet si in allen dingen vromen.
„Vrŏ warheit, was könent ir dienen ze hove
Mit üwer swester der helikeit?“ — Ich diene ruinem herrn und miner vrŏwe der künegin
Mit allen trüwen, de si irme herren
In allen iren nöten jemer getrüwe sin;
Davon blibet si sicher und vri,
Und de si jemer inwendig helig si,
In allen dingen irme herren vndertan,
So blibet si vswendig lobesam.
„Vrŏ diemütekeit, wc konent ir dienen
Mit vwer swester, der senftmütekeit?“
Ich lere mine vrŏwen, die künegine,
Da si mines herren willen
Und alle sine gaben von herzen mine,
So mag si rüwen in heliger sänfmütekeit,
So vertribet si mit vröden als ir herzeleit.
„Vrŏ miltekeit, wc konent ir gedienen
Mit üwer swester der gehorsamkeit?“
Ich lere mine vrŏwen die künegin,
Dc si je mit gerender gotzmine
In irme gebette mute si
Den bösen und den guten,
Den lebenden und den toten.
Der schätz ist manigvalt und gros,
Der kunt aller wider in ir schos.
Wil si tun irs herren willen,
So sol si die helige gehorsami
In allen iren werken voilebringen,
So blibet si gotz künegin.
„Vrŏ starkeit, wo konent ir gedienen
Mit vwer swester, der stetekeit?“ — Ich lere mine vrŏwen, de si stark si in allem strite, So mag si in irme riche bliben. Dc si jemer stete si, So blibet si je von irme herren vrt.
Dirre jungfrŏwen ist vil ane menschlich zal, wan alles de der gute mensche in got tut inwendig und vswendig, da hörent alles tugenden zu. Mit disen jungfrŏwen in dem wege wandelte ein gros herre, der wc glich eime heligosten und eime allergewaltigosten bischof, de wc vnser cristan gelobe, der wc vürig in binen und brante alles von gotlicher mine. Mit allen disen tugenden diente er diser künigine. Oben in der hShin swebte [278] ein jungfrŏwe, die wc glich eime guldin aren. Si wc vmbevangen mit eime himelschen schine, si lühtete und si lerete und si temperte alle dise jungfrŏwen ze dienste irre vrŏwe der künegin.
Dise mine wonet in dem cristangelöben, si rftwet in dem palaste ir vrowen der künegin. Das ist ir ambaht.
Das si liep zu liebe twinget,
Got zu der seJe und die sele zu gotte,
Darumbe stat si in dem ersten gebotte.
LXIII. Gotz wille ist ein fúrste in allem wesende.
Stete gerunge in der gerunge,
Stete wetage in lichamen,
Stete pine in den sinen,
Stete hoffunge in dem herzen nach Jesu alleine.
Alle die sich selber verlassen habent in gotte,
Die merkent wol wc ich meine.
Ich was zwene tage und zwo naht
In also gros ungemach komen,
Dc ich hoifenunge hate, de min ende were komen.
Do dankete ich gotte als verre ich mohte vmb sine gaben.
Do gerete ich zu gotte, de er mich zu ime neme,
Ob es sin liebste wille were.
„Jedoch herre, mag din lop davon iht gemeret werden,
So wil ich gerne dur dine liebin bliben
In disem armen übe.
Herre, ich han gelebt alsus manig jar und manigen tag,
Dc ich dir herre, nie also swere oppfer gegab.
Herre din wille geschehe und nit der min,
Wan ich min selbes nit enbin,
Mer in allen dingen din.“
Do sach ich in verren hohe ein bereitunge der heligen, als eb si komen wolten zu minem ende. Ire personen die si waren, der ensach ich nit zwischen in, wan mir wc ein also creftig lieht, das da in mitten schein, das mich das duhte, de ich mit in were ein. Dis wc hohe in dem westen, da die sufie vndergät. Von norden waren komen vbele geiste, die hielte da bi, die müsten min gerihte besehen. Si hatten sich zesamen gewunden und waren getwungen als die besclagenen hunde. Si wrgetent mit irme halse ze mir. Ich vorhte iro nit, ich vröwete mich.
[279]
Do bekante ich de si got ze eren dar müssent komen,
Da got sinen vründen alle ir not hat benomen,
Und si deiie mit irme lästere wider zu der helle komen.
In disen dingen wart mir in minem übe
Eine wandelunge gegeben,
Dc ich müste bliben
In disem bitterm, ellendigem leben.
Ich was also sicher und also vri,
Ane vorhte und ane pine. O wi, o wi, o wi!
Und de c|o nit mohte bliben im tode gotz gute,
So were mir nu we ze mute.
Hette ich nu menschliche mäht und götliche mine,
So wolte ich nu allererst gotte dienen beginen;
Das wolte ich vf ein gute ende bringen,
Als ich je wolte und noch wil.
LXIV. Wie got dem menschen dienet.
Alsus spricht ein betlerin in irme gebete ze gotte: Herre ich danke dir, sit du mir mit diner mine benomen hast allen irdenschen riehtüm, de du mich nu cleidest und spisest mit vröm—dem gute, wan alles das mir in eigenschaft mit wollust nüt in dem herzen cleidet, das můs mir alles vrömde wesen.
Herre, ich danken dir, sit du mir benomen hast die mäht miner ŏgen, de du mir nu dienest mit vrömden ŏgen.
Herre, ich danken dir, sit du mir benomen hast die mäht miner henden
Herre, ich danken dir, sit du mir benomen hast die mäht mines herzen, de du mir nu dienest mit vrömden (henden und) herzen.
Herre, ich bitte dich vür si, de du es in wellest Ionen in ertrich mit diner götlichen mine, de si dir müssen vlehen und dienen mit allen tugenden untz in ein helig ende. Alle die mit luterm herzen allü ding lassent dur gotz liebin,
Die sint alle erzebettelere—;
Die söllent an dem Jungesten tage
Dc gerihte besitzen mit Jesu vnserm losere.
Herre, alles de ich dir clage,
Dc müsestu wandelen an mir und an allen sünderen.
Herre, alles des ich dich bitten,
Des müsestu mich geweren
Und allen vnvollekomenen geistlichen lüten,
[280] Dur din selbes ere.
Herre, din lop müsse an minem herzen niemer geswigen,
Swas ich tu, lasse und lide. Amen.
LXV. Wie got die sele zieret mit der pine.
Swene die jungfrowen ze allen ziten sint gekleidet nach dem willen irs brütegömes, so bedürfent si nihtes me defie hochzit cleidern, de ist, de man pinevol si in süchede, in wetagen in anvehtunge und in manigem herzeliden, des wir vil vinden in der sündigen cristanheite.
Dis sint die hochzitcleider der minenden sele; aber die werktagcleider, das ist vasten, wachen, discipline, bihten, süfzen, weinen, betten, vörhten die32 sünde, herte getwang der sinen und des libes in gotte dur got, süsse hoflfunge und ane vnderlas minekliche gerunge, und ane vnderlas ein bettende herze in allen werken. Dis sint die werktagcleider des guten menschen. Swene wir siech sin, so tragen wir die hochzitcleider; swene wir aber gesunt sin, so tragen wir die werktagcleider.
Alsust spricht der gepineget licham zu der eilendigen sele:
Wene wiltu vliegen mit den vedern diner gerunge In wuneklichen höhin, zu Jesu, diner ewigen liebe? Danke im da, vrŏwe, für mich, Alleine ich snöde und unwirdig si,
IJjc er doch min wölte sin,
Do er in die eilende kam
Und vnser menscheit an sich nam,
Und bit, de er mich ane schult behalte
In sinen lutern hulden untz in ein helig ende,
Wene du, liebü sele, von mir wendest.
Die sele. Eia min allerliebste gevengnisse,
Da ich ine gebunden bin,
Ich danken dir alles, des du hast gevolget mir.
Alleine ich dike betrübet bin von dir,
So bistu doch mir ze helfe komen.
Dir wirt noch alle din not benomen
An dem Jungesten tage.
So wellen wir nit me clagen,
[281] So sol es vns allen wol behagen,
Dc got mit vns hat getan,
Wiltu du nu vaste stan
Und süsse hoffunge han.
Die gehorsami ist ein helig bant, si bindet die sele ze gotte und den lichamen zů Jesu und die fünf sine ze dem heligen geiste. Je langer si bindet, je me die sele minet. Je snöder sich der licham haltet, je snöder sinü werk vor gotte, und vor den lüten mit gutem willen.
Explicit liber.
1 Handschrift: wge.
2 Handschrift: vbein.
3 lierre.
4 H;n)dHohnt't: mit.
5 Psalmen und Antiphonen im Officium von hl. Jungfrauen.
6 Ilaüdöchrift: er vollen.
7 Handschrift: wenisse.
8 Lücke in der Handschrift.
9 Ich grüsse dich etc. wird jedesmal litaneienartig wiederholt.
10 Handschrift: haben.
11 Handschrift: durvlossen.
12 Handschrift: bruche.
13 Greith S. 264 und 217.
14 Greith S. 265.
15 Handschrift: vir.
16 Handschrift: gerüwen.
17 Die Busspsalmen.
18 Greith 275 Dies Gleichniss kommt im M. A. öfter vor.
19 Die Wittwen.
20 Handschrift: dem.
21 Handschrift: ligen.
22 Handschrift: die seligen seien hant.
23 Greith S. 266.
24 enberen.
25 Handschrift: hütte.
26 Der Text scheint verdorben.
27 Handschrift: bi mir.
28 Hier scheint eine Frage zu fehlen.
29 Handschrift: in ir hßde.
30 Handschrift: wlü — wole?
31 Das biblische: justitia justus.
32 Handschrift: dise.