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[XVII] Vorrede und Einleitung.
Es möchte gewagt scheinen, diese Visionen, mystischen Ergüsse oder „Offenbarungen“ einer mittelalterlichen Nonne in ihrem ganzen Umfange und ursprünglichen Gewände dem Publikum mitzutheilen, hätte nicht der gelehrte Herr Dr. Carl Greith, derzeit Bischof in St. Gallen, hiezu in seinem vortrefflichen Buche „die deutsche Mystik im Predigerorden“1 den Weg gebahnt, indem er nicht nur auf das Werk und die Verfasserin desselben aufmerksam machte, sondern auch eine beträchtliche Anzahl poetischer Bruchstücke dieser Visionen in erneuerter Sprache mittheilte. Auch über die, meines Wissens einzige Handschrift, welche die Visionen der Schwester Mechthild enthält, so wie über diese selbst ist in dem erwähnten Buche schon das Wichtigste gesagt, was hier theilweise wiederholt und jedenfalls ergänzt werden muss.
Die Handschrift, Nro. 277, der Stiftsbibliothek von Einsiedeln gehörend, ist ein wohlerhaltener, mit ursprünglichem weissen [XVIII] festen Lederbande versehener Codex in Oktavform, 221 Blätter enthaltend, und sehr deutlich und kräftig in der bekannten gothischen Minuskel des 13. bis 14. Jahrhunderts, und zwar bis Blatt 15 in einer, von da an aber in zwei Columnen geschrieben. Der erste Theil, Mechthildens Visionen, endet mit Blatt 166 a., worauf von gleicher Hand noch einige fromme Gedanken über die sieben Tagzeiten, und ein Bruchstück aus der unbekannten Schrift eines „Gottesfreundes“ folgt, auf das wir später noch zurückkommen.
Der zweite Theil der Handschrift, von Blatt 169 an, ist von anderer Hand, eben so schön und klar aber kleiner geschrieben, und wie der erste Theil, ziemlich reich mit leicht aufzulösenden Abkürzungen versehen. Er enthält Aufsätze und Predigten deutscher Mystiker, vorzüglich des Meisters Ekhart. Dieser zweite Theil ist beinahe ganz von Dr. Franz Pfeiffer im zweiten Bande seiner „deutschen Mystiker“2 herausgegeben worden,
Die Sprache der Handschrift ist die oberdeutsche, wie sie um den Oberrhein her zu Ende des 13. und im Anfang des 14. Jahrhunderts gesprochen und geschrieben wurde und wie sie bei uns Schweizern im Dialekte noch grossentheils sich erhalten hat, jedenfalls leicht verstanden wird, obschon gar viele bekannte Worte jetzt einen ändern Sinn erhalten haben.3 Der Styl ist kräftig und ziemlich gedrungen, die Orthographie aber nicht eine durchweg folgerechte. Sie konnte auch in diesem Abdrucke nicht folgerecht durchgeführt werden, und ich hielt mich daher,
[XIX] wo nicht offenbare Verstösse vorkommen, genau an die Schreibweise der Urschrift, was ich mir um so leichter erlauben zu dürfen glaubte, da es sich hier um die einzige und zwar gute Handschrift eines mittelalterlichen Werkes handelt. Ich berufe mich dabei auf Franz Pfeiffer, der zur Herausgabe von Herrmann’s Heiligen—Leben bemerkt: Bei einem Werke, das nur in einer Handschrift vorhanden ist, war eine streng kritische Behandlung des Textes, wie man sie bei Werken des 13. Jahrhunderts anzuwenden pflegt, nicht wohl thunlich, ja ich hätte sogar volle Berechtigung gehabt einen buchstäblichen Abdruck zu geben., ich mochte mich aber den Anforderungen, die an Herausgeber altdeutscher Schriften mit Recht gestellt werden nicht entziehen, selbst auf die Gefahr hin, dass ich hie und da etwas unrichtig aufgefasst habe.“ Meine geringen Aenderungen betreffen in dem vorliegenden Bache grösstentheils die Interpunktion, die zum Verständniss desselben nothwendig berichtigt werden musste. Auch die so oft wiederkehrenden Reime, Assonanzen und Alliterationen, die offenbar ursprünglich besser zusammenklangen, erlaubte ich mir, doch nur in seltenen Fällen, herzustellen.
Eine eigentümliche Schwierigkeit ergab sich aus der Bestimmung was vom Texte in Versen auszusetzen sei, da in der Handschrift Alles als Prosa fortläuft, obschon viele Abschnitte entschieden auf Verse hindeuten, während anderseits nur schwache Anklänge an solche bemerkbar sind. Entscheidend war hiebei für mich, nebst dem Reim, der höhere Schwung der Rede oder des Gefühles, der in den meisten Fällen auch die Sprache poetischer macht. Das ist bei dieser Schrift oft der Fall, wo Personen redend eingeführt werden, oder wo die Betrachtung oder die Vision dem Schlüsse zueilt.
Die Geschichte der Handschrift ist nicht ohne Interesse und [XX] knüpft sich auch an die Geschichte des religiösen Lebens im Hoch—Thale von Einsiedeln während dem Mittelalter. Es lebten nämlich schon sehr frühe, die Zeit ist nicht genau zu bestimmen, daselbst fromme Einsiedlerinnen, zuerst einzeln, dann in vier Häusern vertheilt, die später in einem einzigen Kloster vereinigt wurden. Man hiess sie Waldschwestern. In eines dieser vier Häuser, die vor der Au genannt, schrieb noch im 14. Jahrhundert, Heinrich von Rumerschein von Basel zu S. Peter folgendes, der Handschrift später beigefügtes Blatt: Den swesteren in der vorderen öwe: Ir sönt wissen, dz das buch, dz vch wart von der zem Guldin Ringe, dz do heist, das liecht der Gotheit, des sönt ir wol warnemen, also, das es soll dienen in alle hüser des waldes und sol us dem walde niemer komen und sol ie ein monat in eim huse sin, also dz es vmb sol gän von eim in dz ander wenne man sin bedarf, vnd sönt ir sin sunderlich behüt sin, wand si sunderlich trüwe zu vch hatte. Bitent ŏch für mich der ihr bichter was, leider vnwirdig. Von mir Herr Heinrich von Rumerschein von Basel ze sant Peter. — a tergo: der vordren owe. Ein ähnliches Blatt von Rumerschein ist dem Codex 268 beigefügt, welcher, ebenfalls mystischen Inhalts, von derselben Geberin den Schwestern in Alleg (Albegg, eines der vier Schwesterhäuser in Einsiedeln), geschenkt wurde. Diesen Schwestern schreibt Rumerschein: Ir sönt wissen, dz das buch, dz vch wart von jungfrow Greten zem güldin Ring, dz kun gunt... Hier ist eine Zeile ausgelöscht, der übrige Inhalt stimmt mit dem obigen Briefchen an die Schwestern in der vordem Au ttberein, nur ist noch beigefügt: Ir sönt wissen dz irs not usser den wald nüt sönt leng (leihen).
Nun ist merkwürdiger Weise diese Grete zum goldenen Ringe in Basel höchst wahrscheinlich keine andere als Margaretha, die Tochter des bekannten Schwärmers Nikolaus von [XXI] Basel, dessen mystische Schriften Dr. Karl Schmidt4 herausgegeben und mit einem sehr gediegenen Lebensabriss des Verfassers begleitet hat, wovon schon ein Theil in dem Buche: Basel im 14. Jahrhundert und in ändern Schriften mitgetheilt war. „Margaretha, so erzählt K. Schmidt (S. 71), ward Begine, Conversa, erwarb ein Stück Holz vom Kreuz Christi, das aus dem Münster gestohlen worden war und gab es diesem zurück; 1376 vermachte sie ihr ganzes Vermögen den Dominikanern und wählte bei ihnen ihr Grab. Sie ist ohne Zweifel die Margaretha zum goldenen King, der in den Briefen Heinrichs von Nördlingen als einer besondern Freundin Gottes gedacht wird. Das Beginen—Haus zum schwarzen Bären stiess an das Haus zum goldenen Eing, in letzterm selber scheint eine Zeitlang eine Sammung bestanden zu haben. Aus allem diesem lässt sich schliessen, dass in der Familie zum goldenen Ring der Hang zum geistlichen mystischen Leben heimisch war.“ So weit Dr. Schmidt. Es ergibt sich nun aus dem obigen Briefchen, wer Beichtvater der mildthätigen Geberin zum goldenen Einge war, und ergibt sich, dass zwischen den Gottesfreunden in Basel und deren Gönnern und Gönnerinnen Verbindungen mit den Beginen in der innern Schweiz bestanden. Dafür sprechen ohnehin noch andere Thatsachen, wie die Beziehungen der Gottesfreunde zu Engelberg, die Niederlassung derselben im Herrgottswald am Fusse des Pilatus u. s. w., wovon C. Schmidt (a. a. O.) erzählt.
In Einsiedeln selbst hat man keine weitere Spur von dieser Verbindung als eben diese Handschrift nebst der zweiten vorhin erwähnten, die aber nur Schriften eigentlicher deutscher Mystiker
2) Basel 1856, S. 283: Nikol. v. Basel und die Gottesfreunde und besonders S, 92 in der „Topographie des alten Basels“ von Dr. Fechter.
[XXII] enthält und woraus von Franz Pfeiffer in „Haupt’s Zeitschrift für deutsches Alterthum“ (Bd. 8, S. 209), und in Band 2 der „deutschen Mystiker“ sehr Vieles mitgetheilt wurde. Zu welcher Zeit diese zwei vortrefflich geschriebene und erhaltene Handschriften in die Stiftsbibliothek von Einsiedeln kamen, ist ungewiss. Eine Hand des 15. Jahrhunderts bemerkt noch: „Dis buch höret in die vier hüser in dem walde“, eine spätere des 16. Jahrhunderts: „Dem Gotshuss S. peter vff dem Bach in Schwitz gehörig.“
Ueber Inhalt und Verfasser vorliegender Schrift gibt diese selbst gleich Anfangs, zuerst in lateinischer, dann in deutscher Sprache Auskunft. Sie ward im Jahr 1250 und darnach während fünfzehn Jahren einer frommen Schwester geoffenbart in deutscher Sprache. Diese Schwester lebte über vierzig Jahre lang gottselig, der Regel des Predigerordens gemäss. Ihre „Offenbarungen“ aber sammelte und schrieb ein Bruder desselben Ordens. Der Name dieses Bruders war nicht zu ermitteln; die begnadigte Schwester aber wird einigemal, sowohl im Texte als in den Kapitel—Ueberschriften genannt. So z. B. S. 168: „Wie Swester Mehthild danket etc.“ und S. 215: „Dise schrift die in disem buche stat, ist gevlossen vs von der lebenden gotheit in Swester Mehtilden herze und ist also getrüwelich hie gesetzet, alse si vs von irme herzen gegeben ist von gotte und geschriben von Iren henden.“ Der scheinbare Widerspruch der eben angeführten Stelle, mit obiger Bemerkung, es sei das Buch von einem Dominikanerbruder gesammelt und geschrieben, findet seine natürliche Lösung in dem Worte gesammelt, so dass mit Greith (S. 207) anzunehmen ist, dieser Bruder habe die von Mechthild geschriebenen einzelnen Blätter gesammelt und abgeschrieben. Dass sie selbst diese „Offenbarungen“ schrieb, beweist auch das, was sie (S. 140) sagt: „Meister Heinrich, mich [XXIII] iamert... das ich sündig wip schriben müs, das ich die wäre bekantnisse und die heligen herlichen anschöwunge nieman mag geschriben, sunder dise wort alleine, si dünken mich gegen die ewigen warheit allzekleine.“ Meister Heinrich war ihr leiblicher Bruder und ebenfalls im Prediger—Orden.
Dass Schwester Mechthild diesem angehörte, unterliegt wohl keinem Zweifel, denn bei jedem Anlass ist auf diesen damals so frisch blühenden und fruchtbaren Orden und dessen Stifter hingewiesen, welchen Mechthild ausdrücklich ihren Vater nennt. Auch ist das Zeugniss zu Anfang des Buches: „Sequens perfecte vestigia fratrum ordinis praedicatorum“, deutlich genug. Wenn sie daneben eine Begine genannt wird, und sich einigemal selbst so nennt, so wird das durch die eben angeführte Stelle berichtigt und zudem war damals der Begriff Begine noch von der allgemeinern Bedeutung einer in besonderer Weise Gott suchenden Seele, wie etwa Schwester zu verstehen.
So wird denn Dominikus vor allen ändern Ordensstiftern genannt und gepriesen und sein Bild wird höchst lieblich geschildert. Für die Gegenwart wie für das Ende der Zeiten wird seinem Orden eine hochwichtige Aufgabe zugedacht. Im besondern werden noch genannt Br. Heinrich, vielleicht der Jugendfreund des berühmten Br. Jordans, ferner ein Br. Balduin und Br. Albrecht, wahrscheinlich Albrecht ocier Albert der Grosse. Es handelt sich nun hier nicht um Mechthild von Spanheim, die Zeitgenossin des heiligen Bernard und der heiligen Hildegard von Bingen, nicht von Mechthild von Diessen und Edelstetten, die schon 1160 starb, noch von Mechthild von Helfeda, die dem Benediktinerorden angehört, sondern von einer ganz ändern Persönlichkeit.
„Ueber die Heimath und das Predigerkloster5, wo unsere [XXIV] Schwester Mechthild über vierzig Jahre gelebt, scheinen einige Stellen nach Thüringen oder Sachsen hinzuweisen. Wir lesen: „Von der not eines vrluges. Mir wart bevolhen mit eime heligen ernste, de ich bete vür die not, die nu ist in Sahsenlanden und in Düringenlanden“, in welchem Kriege, nach der Schilderung Mechthildens, furchtbare Gräuelthaten, an Gotteshäusern und durch Strassenraub verübt wurden. In einer ändern Betrachtung6 spricht sie von den Boten, die Gott zur Rettung der gesunkenen Christenheit gesandt habe und nennt unter diesen Sanct Elisabeth und die heiligen Dominikus, Franziskus, Petrus Martyr, den ersten Märtyrer aus den Predigerorden, endlich die Schwester Jutte von Sangershausen, über die ihr offenbart wurde: die han ich den heidene gesant ze bottenmit irme heligen gebete und mit irme guten bilde. „Wahrscheinlich geschah dieses gegen das Jahr 1260, als der deutsche Orden unter dem Hochmeister Anno von Sangerhausen einen neuen Kreuzzug gegen die Preussen unternahm.“
Diese Jutte von Sangerhausen und die Erwähnung der verweltlichten Domherrn von Magdeburg, gegen welche sich Mechthild mit scharfer Rüge ausspricht, veranlasst Mone7, diese Schwester in das Kloster S. Agnes bei Magdeburg zu versetzen. Er schreibt in einer Anmerkung: „Das Kloster S. Agnes liegt an der Ostseite der Neustadt Magdeburg und hatte ursprünglich die Regel des Cistercienser—Ordens. H. Beyer hat im 17. Bd. S. 59, 156, 260 und 330 des allgemeinen Archivs für die Geschichtskunde des Preussischen Staates von L. v. Ledebur eine Geschichte des Nonnenklosters S. Agnes veröffentlicht, in welcher gerade der wichtigste Punkt fehlt, nämlich, dass [XXV] die Dichterin Mechthilde, deren Werke Greith herausgab, dort Äbtissin 1273 war. Die in den Gedichten der Mechthild genannte Vorsteherin Jutte von Sangershausen ist die Äbtissin Jutte von S. Agnes von 1270.“ Mone behauptet dann, Mechthild sei keine Dominikanerin gewesen, sie war aber doch wahrscheinlich wie gesagt, eine solche, das zeigt das ganze Werk. Gar viele Klöster Cistercienser—Ordens nahmen die Regel Dominiks an.— Nur ergibt sich dann wieder eine grosse Schwierigkeit aus dem urkundlichen Nachweis, dass in der Zeit von 1250 und den folgenden Jahrzehenden S. Agnes wirklich von Cistercienserinnen bewohnt war. Durch gütige Vermittlung meines hochverehrten Freundes, des Grafen R. von Stillfried, Graf von Alcantara, zog ich von den bewährtesten Forschern und Kennern der Geschichte Preussens, Erkundigungen hierüber ein. Was darüber, nebst dem Grafen Stillfried selbst, die Herren Riedel, Ledebur und Mülverstädt, Archivrath in Magdeburg mittheilten, geht dahin, dass die Nonnen von S. Agnes in Neustadt bei Magdeburg noch im Jahre 1260, laut einer Urkunde dieses Hauses „Cistercienser—Nonnen“ genannt werden. Später nahm das Kloster, wie es scheint, den Benediktiner—Orden an, schon 1270 heisst es, de regula S. Benedicti und 1311 noch bestimmter, ordinis S. Benedicti. — (Beyer a. a. O. S. 276). „Die in Rede stehende Mechtildis, bemerkt Herr Ledebur, wird allerdings am Schlüsse der Abhandlung S. 370 in der Reihe der Äbtissinnen und zwar mit den Jahreszahlen 1271 und 1281 aufgeführt, das Jahr 1271 ist daselbst urkundlich belegt; von dem interessanten Umstände aber, dass Mechtildis deutsche Lieder gedichtet, hat Beyer keine Kunde gehabt. Herr von Mülverstädt verweist einfach auf die „Magdeburgischen Geschichtsblätter“ (herausg. v. dortigen Geschichtsverein) Jahrg. II (1867) p. 339 ff. und auf das obengenannte „Allgemeine Archiv“ von Ledebur.
[XXVI] Wer nun die folgenden Blätter aufmerksam liest, wird sich kaum vorstellen können, wie unsere Schwester Mechthild später Äbtissin eines Bernardiner—Klosters wurde. Dass übrigens damals, und namentlich in Magdeburg geistliche Verbindung zwischen beiden Orden und den betreffenden Klöstern bestand, ergibt sich auch aus einem Wunder, das bei Mone (a. a. O. S. 30) erzählt wird, wie nämlich in Theutonia (Magdeburg) eine Cistercienser Äbtissin nebst ihren Schwestern für einen verstorbenen Predigerbruder Namens Albert viele Gebete verrichtete, worauf ihnen dieser Bruder erschien. Wenn Mone hier, wohl mit Recht, an die Äbtissin Jutte und jenen Albert, den Bruder unserer Mechthild denkt, so ist doch damit das Räthsel noch nicht gelöst. Die nun im Druck vorliegende Schrift wird tüchtigem Kennern und Kritikern Anhaltspunkte zu neuen Forschungen geben. Einstweilen mag deren Verfasserin zum Unterschied der genannten und anderer Namensverwandten immerhin Mechthild von Magdeburg genannt werden.
Vergessen wir indessen über der Dichterin und dem Aeussern der Handschrift nicht die Hauptsache, den Inhalt des merkwürdigen und seltenen Buches. In Bezug auf diesen verweise ich vor allem auf das was Greith in seinem oftgenannten Buche darüber sagt. Es würde auch zu weit führen, wollte ich mich hier in dem, wenn auch wundervollen und oft anmuthigen Irrgarten mittelalterlicher deutscher Mystik ergehen.
Eines vor —allem bitte ich zu bemerken, dass die Gattung Mystik in diesem Buche bedeutend verschieden ist von den spekulativen Schriften der etwas spätem Meister, besonders eines Meisters Ekhart und der sogenannten Gottesfreunde. Wohl wird dieses Wort auch einigemal von Mechthild genannt, wo es aber in einem allgemeinern Sinne zu nehmen ist, denn sie steht durchweg weit mehr auf dem Boden der Klosterregel, und ihre [XXVII] Visionen tragen fast ausschliesslich das Gepräge nicht von Vernunft—Spekulation, sondern von Gefühls— und Phantasie—Ergüssen. Der Unterschied von Auffassung und Sprache zeigt sich schon auffallend in einem kleinen, der Handschrift angehängten Fragment der Schrift eines Gottesfreundes (unten S. 283) das jedenfalls nicht von Mechtild herrührt.
Um indessen doch vom Inhalt Einiges anzuführen, lasse ich hier Greith reden:
„Den Stoff für ihre Lieder, Betrachtungen und moralischen Lehren zog Mechthild aus dem Christenglauben und den selbsteigenen Erfahrungen ihrer mystischen Zustände. Sie feiert darin die innigen Bezüge Gottes und der Seele, welche die Minne vermittelt und nach unten das Wechselverhältniss zwischen Seele und Leib (Sinnlichkeit, Leichnam), welches durch die Begierlichkeit der Sünde zu einem gegenseitig feindseligen sich ausgebildet. Ihre didaktischen Sinnsprüche verbreiten sich über die Tugenden und Laster, die Vollkommenheiten und Mängel der Seele auf ihrem Pilgerzuge nach oben, und mit besonderer Vorliebe wählt sie zuweilen die Form des Zweigespräches, das sie zwischen Gott und der Seele, der Minne und der Seele, der Minne und der Erkenntniss und zwischen der Erkenntniss und dem Gewissen mit Gewandtheit zu führen weiss... Allein die „Offenbarungen“, die sie in den Stunden ihrer Beschaulichkeit empfangen, verbreiten sich auch noch über die jenseitigen Regionen der Hölle, des Fegfeuers und des Himmels mit eigenthümlicher Zeichnung. Sie beklagt wiederholt und nicht ohne eine gewisse Schärfe in der Weise der seligen Hildegardis den gesunkenen Zustand der Christenheit in Kirche und Reich, bei der Geistlichkeit und bei der Laienschaft, was, verbunden mit einigen gewagten Lehren, ihr auch die Misskennung von Seite ihrer Mitschwestern mag zugezogen haben, über die sie zum [XXVIII] öftern Klage führt. Die Erleuchtung, die ihr zu Theil geworden, will sie keiner Schule menschlicher Weisheit verdanken, „mit der man, wie sie irgendwo so schön sagt, viel gewinnen und auch viel verlieren könne;“ sie bezeugt gegentheils, selbe von oben herab erhalten zu haben.“
Die Ansichten und Ausdrücke in diesem Buche sind allerdings oft gewagt, und wer den streng dogmatischen Massstab anlegen wollte, könnte leicht Häretisches herausfinden. So sagt Mechtild von Maria: „Ir sun ist got und si göttine“ und an einer ändern Stelle heisst die Seele „aller creaturen göttine.“ Buch 2, Cap. 19 heisst es: So siht sie (die sele) werlich vnd bekenet, wie got ist allü ding in allen dingen. Nebst den Erläuterungen, die Greith (a. a. O.) über den Sinn solcher Aussprüche giebt, erwähne ich eine Stelle eines Mystikers aus derselben Handschrift, welche Mechthild’s Visionen enthält. Es heisst f. 169: Die heiligen sprechen: alle ding sint got, indeme alse si ewiklich in gotte gewesen sint. Nit also, de wir in gotte weren in der gropheit als wir nu sipt; wir waren in gotte ewiklich als die kunst in dem meister. Gott sach sich selben an und sach alle ding.
Auffallend ist in dogmatischer Hinsicht die Vision, worin die entzückte Schwester sah, wie der heilige Johann Baptist „der artnen Dirne Messe las“, obschon er ein Laie war.8 Es macht den Eindruck, als ob damit die Lehre von einem allgemeinen Priesterthume angedeutet werden wolle. Sie sagt aber zu ihrer Rechtfertigung später9: „Dc Johanes Baptista der armen dirne messe sang, de wc nit fleischlich, es wc also geistlich, de die sele alleine beschöwete und gebruchte; aber der lichain hatte nit davon, dene er von der sele edelkeit in sinen menschlichen [XXIX] sinen mohte begriffen, darum müssen die wort menschlichen luten.“
Diese richtigen schönen Worte mögen auch zur rechten Auffassung sehr vieler anderer gewagter, ungewohnter Bilder und Worte einen Fingerzeig geben. Ich denke besonders hiebei an die, nach jetzigen Ansichten oft allzufreien Schilderungen geistlicher Minne, wobei man unwillkürlich an die unbefangene Naivetät frommer mittelalterlicher Künstler, germanischen sowohl als romanischen Stammes, in Darstellung des Sinnlich—Natürlichen, namentlich des Geschlechtlichen erinnert wird. Die heilige Schrift, zumal das Hohelied Salomons in seiner symbolischen Anwendung auf geistliche Minne, gab solchen Darstellungen eine höhere Weihe. Gleich zu Anfang von Mechtildens Visionen sind sechszehn Arten von Minne kurz beschrieben, die auffallendste derselben wohl:
Die tütesche mine von Gots lére,
Die böget sich noch zu einem kinde vil gerne.
Was ist diese deutsche Minne? Ist etwa mit dem zweiten Verse deren heilige Einfalt bezeichnet? Greith (S. 212) sagt: Die Wissenschaft und insbesondere die Poesie der christlichen Mystik hat zu aller Zeit in dem hohen Liede ein analoges Ideal für das gefunden was sie über den übersinnlichen Verkehr, der zwischen Gott und der Seele in der Minne waltet, auszusprechen versuchte... Wie die Reinen in der Anschauung des ewigen Geheimnisses, das in jenem Liede der Lieder seinen rein menschlichen Ausdruck gefunden, an den üppigen Bildern desselben keinen Anstoss nehmen, weil, wie der Apostel lehrt, den Reinen alles rein, den Unreinen aber alles unrein erscheint, so erregte es auch in der tiefsinnigen Zeit des Mittelalters selten ernsteres Bedenken, wenn die Mystiker in ihren Darstellungen eine Freiheit übten, wie solche in unserer Zeit schwer verletzen müsste.“
[XXX] Alles das rechtfertigt die Schilderungen unserer Dichterin um so mehr, weil eben dieselben mehr in’s Gebiet der Poesie als der Wissenschaft gehören. Poesie sind diese Ergüsse einer entzückten Seele und entbehren desswegen aller jener Formen der Wissenschaft, welche so oft nur zu sehr von dem Schönen sich entfernen. Es finden sich daher auch keine Citate, nicht einmal solche aus der heiligen Schrift, denn da ist Alles nur unmittelbare Schilderung innerer Seelenzustände. Wie diese wechseln, so wechseln, steigen oder fallen auch der Styl und die Sprache, die sich nicht selten in selbst auffallender Kraft und Schönheit erhebt. Mechthild spricht mit Recht zuweilen von einer Hofsprache: Ihren Gott grüsst sie „in der hovesprache, die man in diser kuchin nit vernimet.“ Diese Hofsprache ist keine andere als die dichterische und sie hat ihre äussern wie innern Schönheiten.
Mehr Wohlklang liegt schon überhaupt in diesem alten Hoch— oder Oberdeutschen und bei Mechthild wird es oft wahre Musik, und die Fülle von Keimen, Assonanzen, Alliterationen macht, eben weil sie ganz ungesucht, ganz Natur und kunstlos erscheint, desto mehr Wirkung. „Din wunder hat mich verwundet“ sagt z. B. Mechthild, und das ist kein Wortspiel, es kam ganz ungesucht im Zustand der Begeisterung, des Enthusiasmus, des Aussersichseins.
Mechthild selbst schildert gleich im zweiten Kapitel des Werkes, wie die Seele den Körper verlässt und zu Gott, ihrem Wirth, ihrem Bräutigam kommt und was sie da sieht und hört; kehrt sie dann in den Leib zurück, so fragt dieser: „Wa bist du nu gewesen? Du kumest so mineklich wider, schöne und creftig, frie und sinenrich?.. So sprichet si: Swig, morder, la din clagen sin“. Und wenn sie beifügt: „Das ist ein grüs, der hat manige ädern, der dringet usser dem vliessenden gotte in die armen, [XXXI] dürren seien ze allen ziten mit nuwer bekantnüsse und an nüwer beschowunge und in sunderliche gebruchunge (genuss) und nüwer gegenwiirtekeit“, so sind damit vier der wichtigsten Eigenschaften jeglicher ächten Begeisterung gezeichnet das Erkennen der Vernunft, das Schauen der Phantasie, das Geniessen des Gefühles und das Unmittelbare eines höheren Zustandes, das Conzentriren von Vergangenem und Künftigen in der Gegenwart, von Himmel und Erde, Hölle, Fegfeuer und Paradies im Auge der Seele. Diese vier Eigenschaften finden sich an Mechtildens Poesie. Der Denker wird in dieser Schrift, die dem nüchternen Verstand als Phantasterei erscheinen möchte Goldkörner tiefer Spekulation finden. Aus dem geistigen Schauen erklärt sich die Wahrheit und Lebendigkeit der Schilderungen so wie der einzelnen Bilder und der wirklich epische Gehalt vieler Visionen, vor allen derjenigen, die das Geheimniss der Menschwerdung des Sohnes Gottes schaut; (B. 5, Kap. 23) in welcher Lucifer und sein Diener Satanas als das feindliche Princip so trefflich geschildert ist, und die ausführliche Be Schreibung der typischen Bilder des Hungertuches sogar an den Schild des Achilles oder des Aeneas bei Homer und Virgil erinnert.
Derlei Schilderungen gehen oft in sinnreiche Allegorien über, von denen einige, vielfältig im Mittelalter in ähnlicher Weise behandelt wurden. So z. B. das Leiden Christi mit Anwendung auf das geistige Leben, Leiden und Sterben der Seele (B. 7, K. 53) oder „das geistliche Kloster“, unter welchem Titel nur in München allein vier alte deutsche Handschriften sich finden.10
[XXXII] Eine solche, welche diese Allegorie dem heiligen Bernhard zuschreibt, besitzt auch Einsiedeln.
Ausführlich und vortrefflich geschildert ist der goldene Pfennig der Messe, die Krone der Gemeinschaft der Heiligen, analog der goldenen Schmiede des Konrad von Würzburg, die Wohnung der Seele, die Hölle, das Fegfeuer und besonders lieblich das Paradies, wo jetzt noch Henoch und Elias wohnen. Ferner das geistliche Hofleben, des Ritters Streit, das Ruhelager der Gnade, die Kirche, der Adler der Betrachtung u. s. w.
Dabei gebricht der Dichterin oft das Wort. Vom Himmel weiss sie nicht mehr zu sagen
Als ein bini honiges
Vs einem vollen stok an sinem fuss mag getragen.
Dagegen fliessen die Worte bei Schilderung von grässlichen und schrecklichen Dingen, wie z. B. der Höllenpeinen, oder des Kampfes der Dämonen um eine scheidende Seele, nur zu reichlich, und es ist als ob solche Bilder mit gewisser Vorliebe ausgeführt seien. Auch das ist analog und im Geist der mittelalterlichen Kunst, vorzüglich der bildenden, die selbst einen Orcagna und Giovanni da Fiesole zu solchen Ungeheuerlichkeiten verleitete. (Vgl. z. B. S. 83.) Die plastische Darstellung der verschiedenen Abteilungen jenseitiger Räume, vor allem des Paradieses (B. 7, K. 57) und der Hölle (B. 3 K. 21), und der verschiedenen Strafen je nach Verschiedenheit der Sünde, erinnern an Dante, von welchem übrigens natürlich Mechtild keine Kenntniss haben konnte.
Solche entsetzliche Schilderungen finden sich auch in der Vision der letzten Zeit, der Zeit des Antichrists, in welcher dem Predigerorden eine grosse, schwere Aufgabe zugedacht ist.
[XXXIII] Neben diesen an’s Rohe streifenden Ausmalungen finden sich wieder die zartesten, reizendsten Bilder, wie etwa in der Beschreibung des Grabes des heiligen Apostels Johannes (B. 4, K. 23), bei welchem je zu sieben Stunden die Engel singen: „Zwischen! sinem lichamen und der schöpfnisse des himelriches ist nit me deiie ein dune want als eines eies hüt, und ist doch als ewig veste, das dar kein lichame me dur mag untz an den Jungesten tag.“ In reicher Fülle sprudelt der Quell der kleinsten poetischen Figuren, durch das ganze Werk, besonders im ersten Buche. Viele dieser Bilder kommen auch in der heiligen Schrift oder bei altern Dichtern vor. So nennt schon Ottfried die heilige Jungfrau: Taube ohne Galle; die meisten aber sind neu und um so lebendiger.
Poesie spricht auch aus einzelnen kurzen Sprüchen wie z. B.: „Wer von mine stirbet, den sol man in Gott begraben.“ Oder, wo vom Leben in Gott die Rede ist: „der visch mag im Wasser nit ertrinken etc;“ (S. 21). Gnade kommt von oben: „Das der adeler also hohe vlüget, de darf er nit der vwelen danken.“ Die Seele soll sich vor der Sünde hüten: „reht als ein müs, die in der vallen sitzet und wartet ires todes“. Einmal wird die Dichterin entzückt in Gott, „de si sich rehte vfhüp ane arbeit ir selbes und bewant (wand) sich rehte in die helige drivaltekeit, als ein kint sich bewindet in den mantel siner müter und leit sich rehte an ir brüst.“
Bei solcher Poesie klingt etwas prosaisch das vielfache Zerstückeln der Gedanken nach Zahlen, wie das ebenfalls in der Prosa des Mittelalters Manier war, und wie wir es fast durchweg bei Mystikern und Predigern z. B. bei Bruder Berchthold finden. Hievon finden sich in dieser Schrift Beispiele zur Genüge schon in den Kapitelaufschriften.
[XXXIV] Angenehm sind die Anklänge an Culturzustände und Sitten des Mittelalters. Das „Kaiserreich“ wird hochgehalten „es sol ŏch an der cronen (der Herrlichkeit Gottes) stan gebildet, gewiret und geblumet untz an den Jungesten geburen (Bauer) jemer danach wirdig de si gotte gedienet haut. Der Hof, das Ho flehen, das Höfische wird oft als Bild benutzt, wie schon aus der oben genannten Hofsprache erhellt, „die man nit in der kuche hört. Es begifit ein spil das der lichame mit weis, noch die dörper (Arbeiter) bi dem pflüge noch die ritter in dem turnei.“ Die Seele wird zu ihrer Hofreise gekleidet „mit den kleidern so man ze palaste tragen sol.“ Von dieser Hofreise spricht das Kap. 4 des ersten Buches und B. 4, Kap. 17: Von einer Frau die zu Hofe gern war. Merkwürdig ist in dieser Hinsicht auch das Kapitel (B. 3, 18) „von des ritters strite mit vollen waifenen wider die begerunge.“ Wollte, heisst es da z. B. ein im Streit ungeübter Mann
in fürsten turneien komen,
dem were schiere sin lip benoinen.
Darumbe niüs ich (sagt Gott) der hUe schonen,
die so lihte ze valle komen:
Die lan ich striten mit den kinden,
vf de si ein blümenschappel ze lone gewinen.
Auch der Kreuzztige wird an einigen Stellen Erwähnung gethan. Die Unsitte des Strassenraubes ergibt sich aus der oben angeführten Schilderung des Krieges in Sachsen und Thüringen, da es heisst: „Die die strasse röbent ze füsse, were kein urlüg, so weren sie diebe und valsche lute.“
Doch genug und vielleicht schon zu viel hievon. Ich übergebe nun die Schrift der Beurtheilung des Publikums, und hoffe, mit derselben einen schönen Beitrag zur Kenntniss älterer deutscher Litteratur geleistet zu haben. Wenn Mone (a. a. O.) bemerkt, Herr Greith habe die Werke der Mechtilde [XXXV] herausgegeben, so wird schon ein Blick in Greith’s, übrigens höchst werth—volles Buch über deutsche Mystik zeigen, dass nur ein geringer Theil des vorliegenden Werkes daselbst mitgetheilt ist. Dieser ist zudem, wie es des Buches Zweck und Leserkreis verlangte, in die neue Sprachweise übersetzt und endlich ist als Poesie grösstentheils nur das lyrische Minnelied und einiges didaktische und allegorische mitgetheilt, während gerade das poetisch Schönste und Erhabenste, wie z. B. das schon genannte Kapitel von der Menschwerdung Christi übergangen ist. Ueberhaupt möchte ich den epischen Gehalt des Werkes, als Dichtung betrachtet, als höher und auch für die Literaturgeschichte bedeutender ansehen, als den lyrischen, den Minnesang und ich hoffe darum, unsere Literarhistoriker, werden das Buch, so wenig Geschmack viele derselben in anderer Beziehung an ihm finden mögen, nicht ganz tibersehen.
Bei preussischen Gelehrten, die so Vieles für deutsche Sprache und deren Geschichte gethan, wird dieses Uebersehen um so weniger zu befürchten sein, da die Dichterin ihre Landsmännin ist. Nach einer Mittheilung des Herrn v. Ledebur hat um die gleiche Zeit eine andere Mathilde, nämlich eine Gräfin Mathilde von Sayn durch ihre in deutscher Sprache abgefassten Urkunden um die deutsche Sprache sich Verdienste erworben.11 So bieten sich frühe schon im Norden auf zwei der verschiedensten geistigen Gebieten zwei ebenfalls sehr verschiedene Frauen die Hand zur Ausbildung unserer deutschen Sprache, beide wahrscheinlich ohne ein solches Verdienst auch nur zu ahnen. Dem Predigerbruder, der diese Visionen niederschrieb, fällt ebenfalls ein Theil jenes Verdienstes zu, und ich wünsche) es möchte [XXXVI] auch der Benediktinerbruder, der so spät diese Schrift der Lesewelt mittheilt, nicht ganz leer ausgehen.
Vorläufig wird diese Ausgabe in der Ursprache einen kleinern Kreis von Lesern finden, es ist aber bereits dafür gesorgt, dass das Buch in Uebersetzung auch einem grössern Lesekreis zugänglich werde.
1 Freiburg im Br. (Herder) 1861. 8
2 Die deutschen Mystiker des 14. Jahrh. Lpz. 1845. (2 B.)
3 Z. B. in diesem Buche: Mutwillen statt Muth, bekantniss statt Erkenntniss, erlich statt herrlich, leichtfertig statt leicht, wunderlich statt wunderbar, unmenschlich statt übermenschlich, aber statt wieder, in statt ihnen, vernehmen statt erkenen, wan statt den, allein statt obschon, durch statt für, verklagen statt beklagen, diemütig statt niederträchtig, der süssliche gott, u. s. w.
4 Wien, 1866. 8.
5 Greith a. a. O. S. 207, Unten S. 243.
6 S. 166.
7 Quellensammlung z. Bad. Geschichte. Bd. 4 S. 31.
8 S. 30.
9 S. 210.
10 Nach dem Catalog der deutschen Handschriften die Nummern 509, 519, 831, 835.
11 Höfer, Auswahl der ältesten Urkunden deutscher Sprache. Vorred. VII.